"Mama, es juckt so!"

Mag. Julia Wild

Neurodermitis: was Eltern beachten sollten Warum ist mein Kind betroffen? Wie am besten mit der Diagnose umgehen? Außerdem: Probiotika können Babys schon während der Schwangerschaft und nach der Geburt vor Neurodermitis schützen.

Viele Eltern fragen sich: Warum gerade mein Kind? Das Erkrankungsrisiko ist stark mit dem Vorkommen von Allergien in der Familie assoziiert. Auch der Anstieg von Allergien in der westlichen Welt steht in direktem Zusammenhang mit dem vermehrten Auftreten von Neurodermitis. Krankheitsauslösend ist meist aber erst die Kombination mit anderen Faktoren wie übertriebene Hygiene, Passivrauchen und hohe Luftschadstoffkonzentrationen.

Etwa jedes sechste Kind im Vorschulalter leidet an Neurodermitis, einer atopischen Barrierestörung der Haut. Diese mit starkem Juckreiz, Ausschlägen, trockener Haut und Entzündungen einhergehende Krankheit kann erblich bedingt sein, wird aber auch durch Stress während der Schwangerschaft oder Umweltbelastungen ausgelöst bzw. verstärkt.

 

Geduldsprobe auf dem Weg zur Diagnose

Oft erfahren die Eltern nicht gleich beim ersten Arztbesuch von der Neurodermitis. Die Diagnose kann nämlich erst dann mit Sicherheit gestellt werden, wenn die Symptome in Schüben und mit wiederkehrendem Juckreiz auftreten bzw. dann, wenn die Kinder auf bestimmte Salben oder Cremes (nicht) ansprechen. Deshalb heißt es erst einmal abwarten, auch wenn das zuweilen sehr unbefriedigend ist. Als Irrglaube hat sich die Annahme erwiesen, dass eine Blutabnahme Aufschluss geben kann, ob die Hauterkrankung vorliegt oder nicht.

 

Familiäre Veranlagung? Probiotika von Anfang an!

Dass die Einnahme von Probiotika die Krankheitsschübe um bis zu 80% reduzieren kann, haben mittlerweile bereits eine ganze Reihe von Studien gezeigt. Bei einer echten allergischen Disposition kann die Neurodermitis zwar nicht vollständig geheilt, aber sehr gut symptomfrei gehalten werden, wenn man darauf achtet, die unterschiedlichen Verstärker wie etwa eine dysbiotische Darmflora oder auch unverträgliche Nahrungsmittel auszuschalten, sowie den Stress zu reduzieren.

Besonders interessant sind die neuesten Erkenntnisse für werdende Eltern, die selbst unter Allergien, Asthma oder Neurodermitis leiden: Kinder können schon im Mutterleib vor der Entwicklung einer allergischen Erkrankung geschützt werden. Nimmt nämlich bereits die Schwangere speziell ausgewählte Probiotikastämme zu sich, wird das Risiko einer Neurodermitis für das Kind schon vor der Geburt hoch signifikant reduziert. Und nach dem Erblicken der Welt empfehlen federführende Wissenschafter die Gabe derselben Probiotika an das Baby im gesamten ersten Lebensjahr. Dies ist die beste Chance für die Entwicklung eines stabilen Immunsystems und einer ausgewogenen Besiedlung des Darms mit den optimalen Symbionten. 

Stand der Information: Montag, 19. Februar 2018

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