Konnex von Darm- und Scheiden-Mikrobiota

Interview mit: Ljubomir Petricevic  • Gynäkologie & Geburtshilfe • GA 04|2017 • 22.09.2017

  1. Die Dominanz durch Laktobazillen kennzeichnet die normale Mikrobiota der Scheide.
  2. Der Darm ist das Reservoir, das gut aufgefüllt sein sollte, um die Scheide zu schützen.
  3. Matching von Darm- und Scheidenflora: Bei Schwangeren stimmen die Laktobazillen in Darm und in der Vagina zu 80 % überein, bei postmenopausalen Frauen zu 70 %.

Rund 7 % der Frauen leiden an einer bakteriellen Vaginose. „Diese Fallzahl hat sich im mitteleuropäischen Kollektiv seit Jahren nicht verändert“, sagt Assoc. Prof. PD Dr. Ljubomir Petricevic von der Medizinischen Universität Wien, der die Ergebnisse von Infektionsscreenings seit Langem verfolgt. Die Zahl gelte als Durchschnittswert für alle Altersgruppen. Bei sexuell Aktiven liege sie vermutlich etwas höher.

Eine normale Mikrobiota in der Scheide ist gekennzeichnet durch eine Dominanz von Laktobazillen. „Alles, was nicht dadurch charakterisiert ist, wird als Dysbiose bezeichnet.“ Diese Dysbiose kann laut Petricevic auch eine Infektion beinhalten wie eine bakterielle Vaginose, eine anaerobe Vaginose oder einen intermediären Zustand. „Die Dysbiose ist somit ein allgemeiner Begriff für eine nicht-normale vaginale Mikrobiota.“ Doch wann ist eine Mikrobiota normal? Petricevic erklärt: „Sobald genügend Östrogen vorhanden ist, erhöht sich das Lokalangebot an Milchsäure, denn Laktobazillen benötigen Östrogen, um zu wachsen und sich zu vermehren. Damit wird ein Schutz der Vagina vor pathogenen Keimen erzielt, denn die Absonderung von Wasserstoffperoxid führt zu einem Milieu, in dem sich diese Keime nicht wohlfühlen.“ Dabei geht es laut dem Experten von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde immer um Dominanz. „Wenn die Laktobazillen aussterben, dann überwuchern die pathogenen Keime die vaginale Mikrobiota. Diese Keime leben auch sonst dort und haben gewissermaßen ein opportunistisches Verhalten, warten also darauf, einen Zustand zu verursachen.“ Es handelt sich laut Petricevic dabei um Keime aus dem Darm, um Hautkeime, aber auch um Keime, die sich gerne in einem anaeroben Bereich aufhalten. Der Schutz durch Östrogen bleibt lange erhalten. In der Postmenopause, wenn lokal der Östrogenspiegel abfällt, kommt es dann zu einem Rückgang der Anzahl der Milchsäurebakterien. Sie verschwinden aber nicht ganz. Entscheidend ist allerdings auch immer, welche Laktobazillen die Scheide besiedeln. Petricevic: „Nicht alle Laktobazillen sind überlebensfähig und in der Lage, eine normale Mikrobiota zu entwickeln. Heute weiß man, dass nur 10 bis 12 Stämme in der Scheide vertreten sind, jedoch nur 4 bis 5 Spezies dominierend sind. Alle anderen sind für die Scheidengesundheit nicht relevant.“ Das Wissen um die Relevanz von Bakterienstämmen für die Vaginalflora sei auch für die Herstellung von oralen Probiotika entscheidend. „Nur wenn die richtigen Stämme im Produkt enthalten sind, kann man die Mikrobiota auf direktem Weg beeinflussen. Denn viele Keime können die Scheide gar nicht besiedeln.“

Der Darm hat einen sehr großen Einfluss auf die Mikrobiota der Vagina. Dahinter stecken zwei Mechanismen, wie Petricevic erklärt: „Hypothese eins, die nachgewiesen ist: Es gibt den direkten Weg durch Besiedelung der Scheide über den Darm. Außerdem gibt es den indirekten Weg durch Einschaltung diverser Immunmodulationsmechanismen durch GALT-, MALT-System etc., das heißt über das lymphatische System.“ Petricevic nennt Zahlen zum Matching von Darm-und Scheidenmikrobiota: „Bei Schwangeren stimmen die Laktobazillen im Darm und in der Vagina zu 80 % überein, bei postmenopausalen Frauen zu 70 % und auch bei Transgender-Personen gibt es ein hochsignifikantes Matching.“

Was kann man selbst tun, um eine normale Mikrobiota in der Vagina zu erreichen? Petricevic: „Wichtig sind natürlich eine ausgewogene Ernährung und die Einhaltung bestimmter Hygieneregeln. Das bewährt sich erwiesenermaßen.“ Ganz wichtig ist auch die Zufuhr von Probiotika. Der Experte gibt zu bedenken: „Jeder Durchfall und jede Verstopfung wirkt sich auch auf die Scheide aus. Der Darm ist ein Reservoir. Eines, das man gut mit Bakterien auffüllen sollte, weil es die Frau dann schützt, wenn die richtigen Bakterien in die Scheide übergehen.“ Petricevic rät auch jeder Frau, die Antibiotika genommen hat, ganz gleich welche Indikation bestand, danach Probiotika einzunehmen, um die Scheidengesundheit zu fördern. „Wir sind in einer glücklichen Lage: Als Erste Hilfe steht uns eine lokale Therapie zur Verfügung und für einen lang anhaltenden Effekt gibt es gute Probiotika für die orale Anwendung.“

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