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Unser Darm ist ein vielfach unterschätztes Organ: Wussten Sie, dass die Oberfläche des Darms rund 400m2 misst und damit 10 x so groß ist wie die Oberfläche der Lunge und 100 x so groß wie die Haut? Auf dieser Fläche tummeln sich 100 Billionen Bakterien aus tausenden Arten. Ihre Zusammensetzung ist bei jedem Menschen einzigartig.

 

Unsere Darmbakterien erbringen jeden Tag Höchstleistungen: Unsere Nahrung wird durch sie erst verwertbar gemacht, Krankheitserreger abgewehrt, Vitamine und Hormone produziert, aber vor allem unsere Darmbarriere vor schädlichen Stoffen geschützt. Außerdem werden 80% unserer Immunzellen im Darm produziert! Sind zu wenige da, entstehen Allergien und viele chronische Erkrankungen. Diese vielfältigen Aufgaben können unsere wichtigen Helfer im Darm nur bewältigen, weil sie als Team agieren: Jeder Stamm macht das, was er am besten kann. Und zusätzlich verstärken sie sich in ihrer Wirkung! 

Die Darmschleimhaut bei Allergien

Allergien können entstehen, wenn unsere Schleimhäute im Körper (Nase, Lunge, Darm) geschädigt sind. In diesem Fall können die mit der Luft oder der Nahrung in den Körper gelangenden Stoffe nicht richtig kontrolliert und als unbedenklich freigegeben werden, sondern dringen sofort und unkontrolliert ins Blut oder die Lymphbahnen ein. Dann glaubt der Körper, dass diese Stoffe schädlich sein könnten, identifiziert sie als sogenannte "Allergene", und bildet sofort Antikörper.

 

Der Ablauf einer Allergiereaktion

Trotz verschiedener Symptome der Allergie ist der Ablauf aller Allergiereaktionen gleich: Beim Kontakt mit Allergenen bilden sich Antikörper gegen dieses Allergen (lgE). Bei erneutem Allergenkontakt vermitteln diese lgE-Antikörper die Freisetzung von Histamin, das die typischen Allergiesymptome auslöst: z.B. Juckreiz, Tränenfluss, Schwellungen, Ausschlag oder Asthma. Wenn diese Allergiereaktion stattfindet, hat das Allergen die erste Barriere Darmschleimhaut unerkannt passieren können. In der Darmschleimhaut befindet sich nämlich ein besonderer Antikörper, das slgA, welcher das Eindringen von Fremdstoffen und Allergenen normalerweise verhindert. slgA wird von den Zellen des Darms gebildet und in die Schleimschicht abgegeben. Dieser Antikörper ist als "Schleimhaut-Antikörper" eine Art Schutzanstrich des Darms. Sein Schutz vor Allergien besteht darin, dass sich dieser Antikörper an körperfremde Stoffe noch vor der Aufnahme in den Körper anheftet und sie markiert. Wenn Allergene so markiert wurden, können sie vom Körper nicht mehr aufgenommen werden. Dadurch wird die Allergiereaktion verhindert, bevor sie entstehen kann.

Allergieabwehr ist Schleimhautschutz

Das Prinzip des Schleimhautschutzes stellt ein grundsätzliches Konzept zur Allergievermeidung dar. Schließlich wird über diesen Weg jeder Allergie auslösende Stoff abgewehrt. Ob dieser Stoff von Pflanzen oder Tieren (z.B. Gräserpollen, Tierhaare), aus Lebensmitteln (z.B. Konservierungsstoffe, Aromen), oder aus Pflegeprodukten stammt, ist dabei nicht entscheidend. So ist es möglich, mehrere verschiedene Allergien mittels der spezifischen Schleimhauttherapie zu behandeln.

 

Was kann man bei Allergien tun?

Allergien können heute auf verschiedenen Wegen behandelt werden. In Symptomorientierten Therapien werden die Auswirkungen der Allergie behandelt. Die Beschwerden können so durch Tropfen, Sprays und Tabletten zur Abschwellung und Reduktion der Histaminfreisetzung kurzfristig "abgestellt" werden, die Ursachen der Allergie werden über diese Maßnahmen aber nicht behandelt. Ein anderer Weg ist die Desensibilisierung: Dabei wird der Körper an eine bestimmte, die Allergie auslösende Substanz schrittweise gewöhnt und somit eine Toleranz erzeugt. Dieser Weg bietet sich bei Allergien auf einzelne bekannte Stoffe an, ist jedoch langwierig und kein Schutz vor neuen Allergien. Der langfristig überzeugende Weg ist die Therapie der Schleimhäute. Diese sind bei Allergikern nicht intakt und an der Allergieentstehung ursächlich beteiligt. Die Therapie der Schleimhäute behandelt den Ursprung der Allergie und ist vor allem bei Menschen angezeigt, die auf mehrere Stoffe allergisch oder unverträglich reagieren. 

 

 


Frau Mag. Anita Frauwallner im Interview zum Thema "Allergie"

 

Welche Allergien können im Darm entstehen und warum entstehen sie dort?

Mag. Frauwallner: Heutzutage kann praktisch jede Substanz zu einem Allergen werden und somit allergische Reaktionen auslösen. Insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem müssen diese Erfahrung machen, denn eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems gegenüber Substanzen, die bei Nicht-Allergikern überhaupt keine Reaktionen hervorrufen.

Wenn man weiß, dass 80% der Immunzellen im Darm sitzen, ist jedem sofort klar, warum Allergien vermehrt dann entstehen, wenn es im Darm nicht mehr stimmt. Fachlich korrekter: wenn die Darmbarriere nicht mehr richtig funktioniert. Der Grund dafür kann eine Antibiotikatherapie gewesen sein, die unsere wichtigen Darmbakterien weitgehend ausradiert hat, oder weil Sie gerade an massivem Stress leiden. Diese hohe Belastung hemmt die Durchblutung in Ihrem Darm und lässt so Entzündungen aufflammen. Dadurch entsteht ein Darm mit hoher Durchlässigkeit (= ein "leaky gut") – und zwar für große Nahrungsmittelbestandteile ebenso wie für toxische  Stoffe oder etwa Pollenallergene, die Sie sich von den Lippen geleckt haben.

Wenn Ihr Immunsystem überreizt ist, können allergische Reaktionen z.B. auf Milch, Weizen oder auf Äpfel entstehen, weil Sie das eben öfter essen, oder auf Substanzen, die Sie berühren. Schlimm, wenn dann auch noch allergische Reaktionen auf Birken-oder Haselpollen dazu kommen, weil sich Kreuzreaktionen bilden. Je mehr allergische Reaktionen auftreten, umso anfälliger für weitere Allergien wird man. Das alles hat im Darm begonnen!

Kann man seine Allergien selbst heilen, indem man seinem Darm selbst hilft? Was ist hilfreich bei Allergien?

Mag. Frauwallner: Ich bin das beste Beispiel dafür, dass man seine Allergiekarriere selbst auch wieder beenden kann. Fangen Sie dort an, wo die Allergie Ihren Ursprung hat – im Darm!

  1. Versuchen Sie Stress abzubauen und vor allem die deshalb entzündete Darmschleimhaut zu reparieren. Das funktioniert durch die Einnahme der richtigen, entzündungshemmenden Darmbakterien  (z.B. OMNi-BiOTiC® STRESS Repair)
  2. Steigern Sie Ihre Abwehrkraft. In der Pollensaison lieber nicht durch anstrengende sportliche Tätigkeit sondern über den Aufbau einer abwehrstarken Darmschleimhaut. Dabei helfen wiederum die guten Darmbakterien. Ich selbst nutze gerne eine Kombination aus sechs starken Leitkeimstämmen, die den ganzen Darm von oben bis unten besiedeln.
  3. Wenn die Nase rinnt und die Augen tränen, müssen Sie die Histaminbildung im Darm stoppen. Dabei hilft Zink ganz ausgezeichnet. Generell sind B-Vitamine, Aminosäuren und diverse Spurenelemente notwendig für den Aufbau einer intakten Darmschleimhaut. Damit werden Sie „Darm-Fit".

 

Welche Allergien haben nichts mit dem Darm zu tun? Oder haben tatsächlich alle Allergien etwas mit dem Darm zu tun?

Mag. Frauwallner: Sowohl die durch Antikörper vermittelten Allergien vom Typ-I-III als auch die durch T-Zellen ausgelöste Typ-IV Reaktion ist immer auf einen Irrtum des Immunsystems zurückzuführen. Bei einem völlig gesunden Menschen mit einem funktionierenden Darm und einer optimalen Bakterienbesiedlung wird es die immunologische „Fehlfunktion Allergie“ und speziell auch die Nahrungsmittelintoleranzen, an denen heute bekanntlich noch viel mehr Menschen leiden, kaum geben. Selbst bei genetisch durch beide Eltern vorbelasteten Kindern kann man durch die Gabe der richtigen Darmbakterien während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Babys das Auftreten von Allergien, Neurodermitis und Asthma zu 80% verhindern. Die große PANDA-Studie dazu haben wir schon vor 10 Jahren publiziert. Erst jetzt beginnen Kinderärzte und Allergologen langsam das Potenzial dieser probiotischen Spezialtherapie auszuschöpfen.

 

Warum hat man das Gefühl, dass immer mehr Leute Allergien haben?

Mag. Frauwallner: Es ist nicht einfach ein Gefühl – es ist eine Tatsache, dass heute viel mehr Menschen unter Allergien leiden als noch vor 50 Jahren. Doch das ist kein Wunder, man muss sich nur umsehen: jedes Kind bekommt bereits in den ersten Lebensjahren mehrfach Antibiotika – und das leider oft unnötig. Unsere Nahrung enthält immer mehr Zucker, Farbstoffe, Konservierungsstoffe und künstliche Geschmacksverstärker, und 30% der Bevölkerung leiden so unter Stress, dass sie massiv Burn-out gefährdet sind. 80% der Deutschen haben keine normale Darmflora mehr und leiden unter Blähungen, ständigen Schmerzen und chronischer Müdigkeit. Wir müssen zurück zu dem, was jede alte Heilkunde – von Ayurveda über Hippokrates bis Paracelsus klar ausdrückte: „Der Darm ist das Zentrum für Gesundheit und Krankheit“. Meine Vision ist gerade bei der Allergie ganz klar – nicht allein auf die Symptome schauen, sondern die Ursachen bekämpfen. Und die Allergie hat ihre Ursache in einem schlecht funktionierenden Darm und dem dadurch fehlgeleiteten Immunsystem.

Stand der Information: Freitag, 02. Juni 2017

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