Präbiotika

Darm, Lunge, Haut, Gehirn und Fortpflanzungsorgane haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Doch bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass jene winzig kleinen Bakterien, die unseren Körper besiedeln, großen Einfluss auf jede einzelne unserer Zellen haben und in vielen Bereichen wie ein schützendes Bataillon wirken.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Präbiotika?

Im Gegensatz zu Probiotika sind Präbiotika keine lebenden Organismen. Es handelt sich um Ballaststoffe, wie Inulin oder Fructose-Oligosaccharide, die im Dünndarm nicht aufgespalten und verdaut werden können und somit intakt in den Dickdarm gelangen. Sie dienen dort als Substrat für darmeigene, gesunde Bakterien. Präbiotika fördern das Wachstum von Bifidobakterien und reduzieren die Besiedelung von potentiell schädlichen Bakterienspezies. Bakterielle Fermentation von Präbiotika erzeugt kurzkettige Fettsäuren, welche in der Leber aufgenommen und verstoffwechselt werden und so dem Organismus als Energiequelle zur Verfügung stehen.

Bakterien – die Superhelden in unserem Darm

Wirkung von Präbiotika

Die Wirkung von Präbiotika basiert auf einer Wachstumsanregung von Bifidobakterien und Laktobazillen und folglich der Produktion kurzkettiger Fettsäuren, wodurch der pH-Wert im Darm erniedrigt wird und somit die Löslichkeit bestimmter Mineralstoffe erhöht und die Absorption von Calcium, Magnesium, Natrium und Phosphor verstärkt wird. Präbiotika blockieren die Bindung von gesundheitsschädlichen Bakterien, da sie den Bindestellen an Darmzellen ähneln. „Schlechte“ Keime binden irreversibel an Präbiotika und können anschließend vom Körper ausgeschieden werden. Somit kommt es beispielsweise zu einer Reduktion des Wachstums von Durchfallerregern wie Clostridium difficile und das Eindringen pathogener Keime in die Darmschleimhaut wird verringert. Die gebildeten kurzkettigen Fettsäuren stellen zudem eine Energiequelle für die Darmschleimhaut des Dickdarms dar und hemmen entzündliche Reaktionen.

Ballaststoffe sind für die normale Funktion der Verdauung von großer Bedeutung. Sie regulieren nämlich den Transport der Nahrung durch den Darm.

Was sind Synbiotika?

Aufgrund der verschiedenen positiven Wechselwirkungen der Prä- und Probiotika mit der Darmflora und dem Darm-Immunsystem ist die Kombination dieser Wirkstoffe empfehlenswert. Synbiotika stellen eine Kombination aus Pro- und Präbiotika dar. Sie bestehen meist aus einem oder mehreren Bakterienstämmen in Kombination mit den für sie zu verwendenden Substraten, den Präbiotika. 

Präbiotika dienen als Schutz der probiotischen Bakterien vor Magen- und Gallensäuren bei der Passage durch den Verdauungstrakt und ermöglichen eine optimale Ansiedelung im Darm.

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Bakterium 3

Präbiotika vs Probiotika

Im Gegensatz zu Probiotika sind Präbiotika keine lebenden Organismen. Es handelt sich um Ballaststoffe, wie Inulin oder Fructose-Oligosaccharide, die im Dünndarm nicht aufgespalten und verdaut werden können und somit intakt in den Dickdarm gelangen.

Warum Ballaststoffe so wertvoll sind

Der Mensch braucht Ballaststoffe zum Überleben. Denn sie dienen wichtigen Bakterien als Nahrung und helfen der Gesundheit: Sie schützen vor Krebs und Gallensteinen, sie regulieren den Blutzucker und senken das schlechte LDL-Cholesterin, sie schützen vor Herzinfarkt und Bluthochdruck und auch vor Diabetes, das war bisher bekannt. Noch im Jahr 1800 verzehrten die Menschen täglich fast ein Kilo Vollkornbrot – etwas anderes gab es damals nicht. Und sie nahmen allein durch Brot 100 Gramm Ballaststoffe pro Tag auf. Heute kommt der Mensch täglich auf gerade einmal 20 Gramm Ballaststoffe insgesamt. Ernährungswissenschaftler raten, dass wir am Tag wenigstens 30 Gramm davon aufnehmen sollten, Diabetiker sogar mindestens 40 Gramm. 

Von weitaus größerer Wichtigkeit sind Ballaststoffe aber speziell für unsere Darmbakterien: Spezifische Ballaststoffe dienen unseren kleinen „Helfern“ als Lebensgrundlage.

Mehr über Ballaststoffe nachlesen

Als Ballaststoffe werden komplexe Kohlenhydrate bezeichnet, die nur in pflanzlichen Lebensmitteln zu finden sind. Anders als bei „normalen“ Kohlehydraten (wie z. B. in Zucker oder Mehl) können wir aus den „unverdaulichen“ Ballaststoffen nur wenig Energie beziehen. Aber warum sind Ballaststoffe dann – insbesondere für die Verdauung – so wichtig? Ballaststoffe sind für die normale Funktion der Verdauung von großer Bedeutung. Sie regulieren nämlich den Transport der Nahrung durch den Darm: Bei Verstopfung erhöhen sie das Stuhlvolumen und machen den Stuhl weicher, sodass dieser leichter ausgeschieden werden kann. Bei Durchfall hingegen können Ballaststoffe aufgrund ihrer stark quellenden Eigenschaften den flüssigen Stuhl eindicken. 

Von weitaus größerer Wichtigkeit sind Ballaststoffe aber speziell für unsere Darmbakterien: Spezifische Ballaststoffe (wie Maisdextrin und Guarkernmehl) dienen unseren kleinen „Helfern“ als Lebensgrundlage. Zu wenig Ballaststoffe führen dazu, dass viele unserer Darmbakterien verhungern. In Folge können sie ihren Aufgaben, wie z. B. der Aufnahme wichtiger Nährstoffe aus der Nahrung, der Ausscheidung von Giftstoffen und fremden Keimen, die mit manchen Lebensmitteln in unseren Darm gelangen, sowie dem Funktionieren unseres Immunsystems, dessen Zellen zu 80 % im Darm sitzen, nicht mehr nachkommen.

Im und vom Darm ausgehend: Darmbeschwerden

Reizdarm, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Durchfall, Verstopfung, Blähungen sind die bekanntesten Beschwerden im und vom Darm ausgehend.
Doch wie genau können diese diagnostiziert werden?
Welche Symptome treten auf? Und welche Therapiemöglichkeiten gibt es?