21. Sep 2020

Florentina Sgarz, BA

Leaky Gut – Was sind die Ursachen?

Es ist sehr schwer, sich auf eine Ursache für die Entstehung von Leaky Gut festzulegen. Oft ist es ein Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Ebenso kommen bakterielle Erreger, Parasiten, Pilze, Medikamente und natürlich auch der Lebensstil als Verursacher in Frage. Mögliche Ursachen für ein Leaky-Gut-Syndrom können sein: 

  • Medikamente

Medikamente, wie beispielsweise Schmerzmittel, können bei einer dauerhaften Einnahme die Darmbarriere schädigen. Kortison ist ein weiteres Medikament, welches der empfindlichen Magen- und Darmschleimhaut längerfristig schaden und zu einem Leaky Gut führen kann.

  • Lebensstil

Ein stressiger Alltag oder regelmäßiger Alkoholkonsum können ebenfalls den Magen-Darm-Trakt angreifen. Stress spielt bei vielen Krankheiten fast immer eine entscheidende Rolle. Im Darm zeigen sich durch dauerhaften Stress auch messbare Veränderung der Darmschleimhaut. Untersuchungen haben auch eindeutig ergeben, dass regelmäßiger Konsum von Alkohol zu einer Schädigung der Darmbarriere führen kann. Alkoholkonsumenten neigen im Durchschnitt häufiger zu Durchfällen als Menschen, die abstinent leben. Bereits ein Verzicht für zwei Wochen auf Alkohol bringt eine Verbesserung des Zustandes der Darmschleimhaut. Die Ernährung ist bei der Ursachenerhebung ebenso ein relevanter Faktor. Eine unausgewogene Ernährung oder sehr zucker- und fett lastige Essgewohnheiten können sich negativ auf den Verdauungstrakt auswirken und auf Dauer ein Leaky-Gut-Syndrom begünstigen.

  • Pilze

Unser Körper wird von einer Vielzahl an Mikroorganismen, wie zum Beispiel Bakterien und Pilzen, besiedelt. Diese konkurrieren um das Gleichgewicht und die Präsenz im Darm. Pilze werden normalerweise durch die guten Darmbakterien in Schach gehalten, jedoch kann es passieren, dass es zu einem Ungleichgewicht von diesem Verhältnis kommt und die Pilze, beispielsweise Candidapilze, Überhand nehmen. Candidapilze sind Hefefpilze, der Candida-Gruppe. Der Candida albicans ist einer der bekanntesten dieser Art und kommt bei circa 75 % aller gesunden Menschen vor. In der Regel schadet er nicht, aber bei einer Dysbalance spielt er auch beim Leaky-Gut-Syndrom eine entscheidende Rolle.

  • Allergien

Allergien werden zu einem immer häufiger werdenden Problem. Lebensmittel, Metalle, Pilzgifte, Farbstoffe und künstliche Lebensmittelzusätze können zu entzündlichen Reaktionen im Körper führen. Diese Entzündungen entstehen auch, wenn der Körper negativ auf manche Lebensmittel mit einer Unverträglichkeit reagiert und führen im Körper auf Dauer zu Schäden der Darmschleimhaut.

Der Alltag mit Leaky Gut

Nach der Diagnose „Leaky-Gut-Syndrom“ sitzt der Schock tief, aber die Beschwerden lassen sich sehr gut mit verschiedenen Therapien lindern. Das Wichtigste ist, die Entzündungen im Körper zu reduzieren, denn durch ein Leaky Gut hat der Körper Kontakt mit Antigenen, beispielsweise Weizen und Kuhmilch, welche Entzündungsreaktionen auslösen können. Der erste Schritt wäre eine Umstellung der Ernährung. Sie ist oft ausschlaggebend für die Intensität der Beschwerden und daher mit einem durchdachten Ernährungsplan gut beeinflussbar. Lebensmittel, die reich an raffinierten Zucker, ungesunden Fetten, Haltbarmachern und Nahrungszusatzstoffen ist, begünstigen bei längerfristigen Konsum ein Leaky-Gut-Syndrom oder die Entstehung anderer Darmerkrankungen. Das äußert sich durch eine dauerhafte, „stille“ Entzündungsaktivität im Darm. Eine ausgewogene Ernährung in Form von gesunden Fetten, Ballastoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, beruhigt den Darm sowie die Entzündungen. Vor allem bei nachgewiesenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien sollten schlecht verträgliche Lebensmittel gemieden werden. Durch die ständige Aufnahme von Nahrung, die Tumult im Darm auslöst, entstehen immer wieder Entzündungen, die Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa fördern. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Hafer, Roggen oder Gemüse und Obst sind sehr gut für die Darmflora und beeinflussen die Verdauungsaktivität positiv.

Welche probiotisch wirksamen Bakterienarten sind bei einem Leaky-Gut-Syndrom empfehlenswert?

Zusätzlich zur Ernährungsumstellung gibt es weitere Therapiemöglichkeiten die helfen, die Symptome zu lindern und ein Leben mit dieser Diagnose zu erleichtern. Jedoch ist es wichtig, hier nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt gemeinsam die passende Medikation auszuwählen. Ein weiterer Therapieansatz ist der mit Probiotika. Probiotika sind laut der Weltgesundheitsorganisation (kurz WHO) “lebensfähige Mikroorganismen, die bei Verabreichung in ausreichender Menge eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Wirt mit sich bringen“. Als Wirt wird in diesem Fall der Mensch gesehen, der die Mikroorganismen aufnimmt. Probiotika enthalten Bakterien, die im menschlichen Darm von Natur aus angesiedelt sind und unterstützen somit die bereits vorhandenen Bakterien in ihrer Aktivität. Oft herrscht im Darm ein Ungleichgewicht an guten und schlechten Bakterien, wenn ein Leaky-Gut-Syndrom vorliegt. Somit ist eine Zufuhr von lebensfähigen, probiotischen Darmbakterien für die Wiederherstellung einer gesunden Darmflora von Bedeutung.

Welches Probiotikum bei Leaky Gut?

Idealerweise eignet sich die Kombination aus spezifischen, probiotischen Bakterienstämmen, die nachweislich in der Lage sind, eine übermäßig erhöhte Öffnung der Darmschleimhaut zu reduzieren. Probiotisch wirksame Bakterienarten bei Leaky-Gut-Syndrom sind zum Beispiel Bifidobacterium longum, Lactobacillus acidophilus, Lactobacillus plantarum, Lactococcus lactis und Streptococcus thermophiles. Die Dosierung und die Dauer der Einnahme wiederum richtet sich nach verschiedenen Aspekten: Alter, mögliche Grunderkrankungen, Ernährung, psychische und physische Beeinträchtigungen, Rauchen, Alkohol, verschiedene (medikamentöse) Therapien etc. Eine ausführliche Beratung mit einem Arzt oder in einer Apotheke gibt ausführliche Informationen, welches Probiotikum oder welche Kombination von probiotischen Bakterienstämmen die beste Lösung ist.

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