Was ist Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)?
Zöliakie, auch Glutenunverträglichkeit genannt, ist eine Autoimmunerkrankung, bei welcher der Verzehr von Gluten eine Immunreaktion auslöst. Es kommt zu einer chronischen Entzündung der Dünndarmschleimhaut, welche in weiterer Folge die Darmzotten zerstört. Sind diese Ausstülpungen in Ordnung, sorgen sie für eine Vergrößerung der Oberfläche der Darmschleimhaut und somit dafür, dass Nährstoffe insgesamt sehr effektiv aufgenommen werden können
Ursachen einer Zöliakie
Eine Glutenunverträglichkeit kann vererbt werden, konkret ist die Ursache jedoch noch nicht geklärt. Für Forscher kommen unter anderem auch Virusinfektionen sowie Veränderungen des Darm-Mikrobioms als mögliche Auslöser in Frage.
Glutenunverträglichkeit: Was sind die Symptome?
Die Symptome und der Schweregrad einer Zöliakie können sehr unterschiedlich ausfallen, was die Diagnose häufig sehr kompliziert gestaltet.
Zu den möglichen Symptomen einer Glutenunverträglichkeit gehören unter anderem:
- Gewichtsverlust
- Durchfall
- Appetitlosigkeit
- Müdigkeit
- Erbrechen
- Depressionen
Eine nicht therapierte Zöliakie erhöht das Risiko von Karzinomen (Krebs) im Verdauungstrakt sowie an NHL (Non-Hodgkin-Lymphom, ein Lymphknoten-Krebs) zu erkranken.
Glutenunverträglichkeit-Test
Zöliakie lässt sich mit einem speziellen Bluttest nachweisen, welcher unbedingt vor einer Umstellung auf eine glutenfreie Ernährung durchgeführt werden sollte. Mithilfe des Tests wird untersucht, ob sich Antikörper der Klasse A (Immunglobulin A) gegen die Transglutaminase und das Endomysium im Blut nachweisen lassen.
Transglutaminase
Ein Enzym in der Darmschleimhaut, welches das in Gluten enthaltene Glutamin verarbeitet. Wird dieses Enzym von den Antikörpern attackiert, entzündet sich die Darmschleimhaut.
Endomysium
Hierbei handelt es sich um eine Bindegewebsschicht in der Darmschleimhaut. Wird diese von den Antikörpern angegriffen, bauen sich in der Folge die Zotten der Darmwand ab.
Was ist Gluten und in welchen Lebensmitteln kommt es vor?
Gluten, auch bekannt als Klebereiweiß, ist ein Protein, welches in vielen Getreidesorten vorkommt. Es sorgt dafür, dass Teige elastisch und formbar sind, und hilft dem Gebäck dabei, seine Form zu behalten. Oft versteckt sich Gluten in verarbeiteten Lebensmitteln, daher ist ein Blick auf die Zutatenliste unerlässlich − insbesondere dann, wenn man unter einer Glutenunverträglichkeit leidet.
Glutenunverträglichkeit: Was essen?
In Europa sind Lebensmittelhersteller dazu verpflichtet, glutenhaltige Nahrungsmittel auszuzeichnen. Als glutenfrei gilt ein Nahrungsmittel, wenn es maximal 20 ppm (20 Milligramm pro Kilogramm des Produkts) Gluten enthält. Anhand eines durchgestrichenen Getreideährensymbols lassen sich glutenfreie Lebensmittel ebenfalls erkennen.
Glutenfreie Getreidesorten:
- Hirse
- Mais
- Reis
- Pseudogetreide (Quinoa, Amarant und Buchweizen)
Glutenhaltige Getreidesorten:
- Weizen
- Roggen
- Gerste
- Dinkel
- Grünkern
- Urkorn
Bei einer Glutenunverträglichkeit sollte auf glutenhaltige Getreidesorten unbedingt dauerhaft und vollständig verzichtet werden.
Zöliakie, Darmflora und Probiotika
Selbst wenn sich Patienten strikt an ihre glutenfreie Diät halten, so regeneriert sich ihr Darm-Mikrobiom durch die Ernährungsumstellung häufig nicht vollständig.
Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass der Einsatz von Multispezies-Probiotika (v. a. Bifidobakterien und Laktobazillen) dazu beitragen kann, dass sich die Darmflora regeneriert, Gluten sogar im Darm verdaut werden kann sowie entzündliche Reaktionen, die Durchlässigkeit der Darmbarriere und die Antikörperproduktion reduziert werden können.
Infolgedessen kann dies zu einer Verbesserung der Symptome bei Glutenunverträglichkeit und somit auch der Lebensqualität führen.