Auf einen Blick
Nur rund die Hälfte der Kinder isst täglich Obst, nur ein Drittel täglich Gemüse. Gleichzeitig greifen 9 von 10 Kindern mindestens einmal pro Woche zu Süßigkeiten und fast 6 von 10 mindestens einmal wöchentlich zu Fast Food.
Frisch gekocht wird nur bei 41,0 % der Kinder täglich. Und obwohl 70,0 % der Eltern die Ernährung ihres Kindes für gesund halten, waren 77,6 % schon einmal verunsichert, ob sie ihr Kind richtig ernähren.
Wer wurde gefragt?
Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsinstitut ‚Marketagent‘ im April 2026 insgesamt 1.028 Eltern von Kindern im Alter von sechs Monaten bis 16 Jahren – 525 in Österreich und 503 in Deutschland. Die Stichprobe ist repräsentativ für die Bevölkerung beider Länder. Damit liefert die Erhebung Einblicke, wie Familien die Ernährung ihrer Kinder heute gestalten und erleben.
Wie viel Obst und Gemüse essen Kinder wirklich?
Die Realität auf dem Kinderteller bleibt hinter dem zurück, was sich viele Eltern wünschen. Nur 48,9 % der Kinder essen täglich Obst, und nur 32,4 % kommen täglich auf Gemüse.
Auffällig ist der Rückgang mit dem Alter: Während bei den Ein- bis Zweijährigen noch 59,8 % täglich Obst essen, sind es bei den 15- bis 16-Jährigen nur noch 35,0 %. Beim Gemüse fällt der Anteil im gleichen Altersverlauf von 40,3 % auf 26,5 %.
Süßes, Salziges, Softdrinks: der wöchentliche Snack-Konsum
Snacks gehören für die meisten Kinder fest zur Woche dazu:
- 90,3 % essen mindestens einmal pro Woche Süßigkeiten oder süße Snacks.
- 82,5 % greifen wöchentlich zu salzigen Snacks wie Chips.
- 66 % trinken mindestens einmal pro Woche zuckerhaltige Getränke oder Sirup.
Gibt es Unterschiede im Ländervergleich?
Burger, Pizza und Pommes gehören mittlerweile für viele Familien zum Alltag dazu. 57,8 % der Kinder essen mindestens ein- bis zweimal pro Woche Fast-Food-Gerichte. Der Vergleich zeigt einen deutlichen Unterschied zwischen den Ländern: In Deutschland liegt der Anteil mit 67,3 % klar höher als in Österreich mit 48,9 %.
Frisch gekocht wird dagegen seltener, als man vermuten würde: Nur 41 % der Kinder bekommen täglich eine frisch zubereitete warme Mahlzeit – in Österreich 45,5 %, in Deutschland 36,3 %. Auch hier sinkt der Anteil mit steigendem Alter der Kinder.
Sind Fertiggerichte schon im Familienalltag angekommen?
Betrachtet man, wie oft warme Speisen zumindest ein- bis zweimal pro Woche auf welche Art zubereitet werden, wird die Verschiebung sichtbar. Zwar essen fast alle Kinder (98,1 %) zumindest gelegentlich frisch Gekochtes. Doch verarbeitete Alternativen sind weit verbreitet: 66,1 % essen zumindest ein- bis zweimal pro Woche Tiefkühlgerichte, 61,4 % Speisen aus Großküchen oder Gastronomie und 53,3 % gekühlte oder verpackte Fertiggerichte.
Ist Zucker wirklich das größte Ernährungsproblem?
Fragt man Eltern, was an der Ernährung ihres Kindes weniger gesund ist, gibt es einen klaren Spitzenreiter: Jeder zweite Elternteil (50,5 %) nennt Süßigkeiten, Naschen und Zucker. Mit deutlichem Abstand folgen Fast Food, Pommes und Pizza (7,7 %) sowie zuckerhaltige Getränke (5,9 %) und salzige Snacks (5,7 %).
Was sind die größten Herausforderungen für gesundes kochen im Familienalltag?
Die Studie fragte auch nach den größten Herausforderungen im Alltag. Ganz oben stehen zwei Punkte gleichauf mit je 35,3 %: Gerichte zu finden, die der ganzen Familie schmecken, sowie zu viel Zucker durch Süßigkeiten, ungesunde Snacks und süße Getränke. Dahinter folgen:
- Versteckten Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln zu erkennen: 29,8 %
- Gesunde Lebensmittel werden auf Dauer zu teuer: 24,2 %
- Einfluss durch Freunde und andere Kinder: 19,4 %
- Sorge über unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln: 18,5 %
- Zu wenig Zeit im Alltag, um frisch zu kochen: 18,1 %
Anspruch trifft Alltag: Eltern zwischen Zuversicht und Unsicherheit
Hier zeigt die Studie eine bemerkenswerte Spannung. Rund 70 % der Eltern bewerten die Ernährung ihres Kindes als (eher) gesund (Österreich 64,0 %, Deutschland 76,5 %). Gleichzeitig geben aber 77,6 % an, schon einmal verunsichert gewesen zu sein, ob sie ihr Kind wirklich richtig ernähren. Bei jüngeren Eltern zwischen 18 und 29 Jahren steigt diese Unsicherheit auf 88,6 %.
Wie wirkt sich die Ernährung auf den Kinderbauch aus?
Wie sehr das Thema ‚Ernährung‘ mit dem Wohlbefinden zusammenhängt, zeigt der Blick auf die Verdauung. Über 60 % der Kinder haben gelegentlich mit Verdauungsproblemen zu tun – im Durchschnitt fast 30-mal pro Jahr.
Am häufigsten berichten Eltern von:
- Bauchschmerzen 28,6 %
- Durchfall 24,0 %
- Übelkeit oder Erbrechen 15,0 %
- Blähungen 14,1 %
- Verstopfung 12,4 %
Schon die Kleinsten sind betroffen: Bei Babys zwischen sechs Monaten und einem Jahr hat rund jedes vierte Kind Blähungen (26,2 %) oder Verstopfung (24,8 %).
Als häufigsten Auslöser für Verdauungsprobleme nennen Eltern Stress oder zu wenig Schlaf (31,2 %) – noch vor einer längeren einseitigen Ernährung mit viel Süßem und Junk Food (28,3 %). Gerade der Zusammenhang von Verdauungsproblemen und Stress verstärkt sich mit dem Alter: Bei Kindern bis fünf Jahre nennen ihn 19,1 % der Eltern, bei den 15- bis 16-Jährigen bereits 45 %.
Wo informieren sich Eltern über Kinderernährung?
Bei der Suche nach Ernährungsinformationen liegt die Internetrecherche (31,9 %) noch vor dem Gespräch mit Ärztinnen und Ärzten (23,2 %). Auch Familie (31,6 %) und Freundeskreis (25,4 %) spielen eine große Rolle, ebenso Social Media und Influencer (22,1 %). Bemerkenswert ist der Aufstieg KI-basierter Chatbots: 15,3 % der Eltern nutzen sie bereits als Informationsquelle rund um die Kinderernährung.
Beim Zusammenhang zwischen Ernährung und Verdauung ist der Wissensstand noch ausbaufähig: Nur 58,3 % der Eltern fühlen sich hier (eher) gut informiert – weniger als bei allgemeineren Themen wie ausgewogener Ernährung (67,0 %).
Verantwortungsbewusst bei Nahrungsergänzungen
Wenn es um Nahrungsergänzungsmittel für ihr Kind geht, zeigen sich Eltern umsichtig: 88,1 % würden die Gabe vorab mit einer Fachperson besprechen – allen voran mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin (71,9 %), gefolgt von der Apotheke (35,8 %).
Am häufigsten gegeben werden bislang einzelne Vitamine (39,0 %) und Multivitaminpräparate (28,1 %). Bereits 21,1 % der Eltern haben ihrem Kind schon einmal Präparate mit nützlichen Bakterienkulturen für die Verdauung gegeben.
Bei der Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln steht die gute Verträglichkeit für Kinder (38,1 %) an erster Stelle, gefolgt von einer ärztlichen Empfehlung (32,5 %) und dem Wunsch nach Produkten ohne unnötige Zusatzstoffe wie Zucker, Farb- oder Aromastoffe (31,7 %).
Was macht die Studie sichtbar? Kurz zusammengefasst:
- Zwischen dem Anspruch, seine Kinder gesund zu ernähren, und dem Alltag klafft eine Lücke – frisches, selbstgekochtes Essen kommt eher seltener auf den Teller als Süßes und Verarbeitetes.
- Zucker ist aus Elternsicht das mit Abstand größte Problem-Thema.
- Verdauungsbeschwerden gehören für viele Kinder zum Alltag und beginnen früh.
- Eltern sind motiviert, aber häufig verunsichert – und informieren sich vor allem online.
Quelle: Repräsentative Studie von Marketagent im Auftrag des Institut AllergoSan, 1.028 Eltern in Österreich und Deutschland, April 2026.