08. Sep 2021

Kathrin Griebler

Warum wird mein Kind im Herbst so oft krank?

Wenn die Blätter sich verfärben, das Laub allmählich von den Bäumen fällt und die Temperaturen sinken, ist der Herbst in unserem Land eingezogen und mit ihm auch die Erkältungszeit. Vielen Eltern bereitet diese Jahreszeit vermehrt Sorgen – denn Husten, Schnupfen, Halsweh und Ohrenschmerzen sind gerade zu Beginn des neuen Kindergarten- und Schuljahres treue Begleiter! Überall wimmelt es von Viren und Bakterien – und wieder hat es Ihr Kind erwischt. Gerade eben den letzten Infekt überstanden, erkrankt Ihr Sprössling erneut.

Viren und Bakterien haben in dieser Jahreszeit Hochkonjunktur. Bei den niedrigen Temperaturen fühlen sich Erkältungsviren (speziell Rhinoviren) besonders wohl. Sie vermehren sich aufgrund der kühlen Witterung enorm schnell und greifen das kindliche Immunsystem an. Durch das Nass-kalte Wetter und den schwankenden Temperaturen im Herbst, ist das Immunsystem der Kinder besonders stark belastet. Zudem werden die Schleimhäute der Atemwege durch das Heizen in den Wohnräumen massiv gereizt, was den Viren eine wunderbare Möglichkeit bietet, sich dort breit zu machen.

Kinder erkranken im Durchschnitt bis zu 10-mal im Jahr an moderaten Infektionskrankheiten, wie Schnupfen, Husten, Hals- und Ohrenentzündungen. Diese banalen Infekte sind für das „Erlernen“ des kindlichen Immunsystems wichtig, da es in den ersten Lebensjahren noch sehr unausgereift ist. Je älter das Kind wird, umso kräftiger und spezifischer wird das eigene Abwehrsystem. Es lernt, krankheitserregende Bakterien und Viren von harmlosen Mikroben zu unterscheiden und trainiert die natürliche Abwehrkraft. Dennoch gibt es Kinder, die häufiger an Infektionen erkranken und ein schwächeres Immunsystem aufweisen. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Beschaffenheit und die Besiedelung im Darm einen wesentlichen Einfluss haben, wie sich das kindliche Immunsystem entwickelt!

Entwicklung des Immunsystems

Warum wird mein Kind im Herbst so oft krank?

Das Immunsystem ist neben dem Nervensystem, eines der komplexesten Systeme in unserem Körper. Es schützt den Körper vor Schadstoffen, Krankheitserregern und krankmachenden Zellveränderungen. Es umfasst verschiedene Organe, Zellarten und Eiweiße. Das Immunsystem wird in zwei Subsysteme unterschieden – dem angeborenen (unspezifischen) Immunsystem und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem. Beide sind eng miteinander verknüpft, um je nach „Eindringling“ eine entsprechende Immunreaktion auszulösen! Da sich das spezifische Immunsystem sich erst weiterentwickeln muss, ist es für das Kind wichtig, Kontakt mit den verschiedensten Krankheitserregern zu haben. Nur so ist es möglich, bestimmte Erreger schneller zu entlarven, spezialisierter zu bekämpfen und sich diese zu merken, sollte es zu einem neuerlichen Angriff kommen.

Wissenschaftliche Forschungsarbeiten belegen, je früher der Darm des Babys mit wichtigen Bakterienstämmen besiedelt wird, desto stärker bildet sich das körpereigene Immunsystem aus.

Die Entwicklung des Immunsystems beginnt bereits im Mutterleib, denn während der Schwangerschaft erhält das Ungeborene Antikörper von der Mutter, um es zu schützen. Die Darmflora der Mutter hat ebenfalls Auswirkungen darauf, wie sich die Abwehrkräfte des Kindes entwickeln. Einige wissenschaftliche Studien belegen, dass die Bakterien im Darm der Mutter, das Immunsystem des Babys beeinflussen. Auch der Geburtsvorgang spielt eine Rolle in der Entwicklung des Immunsystems der Kinder. Babys die auf natürlichem Wege (vaginale Geburt) geboren werden, kommen im Geburtskanal mit wichtigen Milchsäure- und Bifidobakterien in Kontakt und besiedeln den Darm des Babys von Geburt an. Kaiserschnittkinder weisen demnach einen Mangel dieser wichtigen Bakterienstämme auf.

Auch das Stillen hat einen weiteren positiven Effekt auf das noch unausgereifte Abwehrsystem des Babys. Denn die Muttermilch ist reich an Bifidobakterien, die für die Entwicklung und Funktion des Immunsystems von großer Bedeutung sind. Durch das Stillen werden Mund- und Darmbakterien des Babys weiterentwickelt. Babys agieren hauptsächlich über den Mund. Alles was in greifbarer Nähe liegt, wird unverzüglich in den Mund genommen (orale Phase) und formt damit ihr Immunsystem. Nehmen Mütter in den letzten zwei Schwangerschaftsmonaten, als auch in der Stillzeit ein Probiotika ein, erhöhen sie zusätzlich die Schutzfunktion.

Ein übertriebenes Maß an Hygiene, kann sich negativ auf die Entwicklung des körpereigenen Abwehrsystems auswirken. Natürlich sind Hygienemaßnahmen, wie Händewaschen nach dem Spielen, Essen und Toilettengang wichtig und empfehlenswert. Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die in ländlichen Gegenden aufwachsen, ein stärkeres Immunsystem aufweisen – im Gegensatz zu Kindern, die in Städten groß werden. Der Grund, warum „Landkinder“ immuner gegenüber „Stadtkindern“ sind, ist, dass sie meist mehr Zeit im Freien verbringen und dadurch mit einer Vielzahl unterschiedlicher Erreger in Kontakt kommen. Es wird im Matsch gespielt, der Kuchen aus Sand verkostet, Regenwürmer als Haustiere gehalten und die selbst kreierte Suppe aus Blumen gelöffelt. Außerdem gibt es in vielen ländlichen Gegenden noch Viehzucht, die ebenfalls eine Menge an Bakterien, Viren und krankmachenden Erregern aufweisen und die Entwicklung des Immunsystem fördert!

Immunsystem – Zusammenhänge zwischen Mundflora und Darmflora

Immunsystem – Zusammenhänge zwischen Mundflora und Darmflora

Unser Mikrobiom Darm mit rund 8 Metern Länge und einer Oberfläche von 400 – 500 Quadratmetern ist das größte innere Organ. Unser Darm zeichnet sich durch seine lebensnotwendigen Funktionen wie die Nahrungsaufspaltung, der Nährstoffaufnahme, die Hormonbildung und die Abwehr und Ausscheidung pathogener Keime aus. Mit seinen 100 Billionen Darmbakterien reguliert er für uns wichtige und essentielle Abläufe, um unsere Gesundheit zu erhalten – auch unser Immunsystem! Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge besitzt unser Darm knapp 80% unserer Immunzellen. Somit ist der Darm die größte Immunzentrale, wenn es um den Schutz und die Abwehr gegen Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten geht. Damit unser Darm diese essentiellen Aufgaben erledigen kann, ist sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt unserer nützlichen Darmbakterien ausschlaggebend. Kommt es zu einem Ungleichgewicht (Dysbiose) zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien, kann dies zu gesundheitlichen Problemen führen – denn das Immunsystem ist abhängig von der Beschaffenheit und Besiedelung unserer „Helfer“ im Darm.

Eine Dysbiose, kann in allen mit Mikroorganismen besiedelten Bereichen unseres Körpers auftreten. Speziell der Mundflora und ihrem Einfluss auf das Immunsystem, wurde in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Jüngste Studien belegen, dass die Mundflora eng mit dem Darm zusammenarbeitet und ebenfalls eine zentrale Rolle in der Abwehr und Bekämpfung krankheitserregender Erreger spielt. In unserer Mundhöhle geht es ähnlich rasant zu wie in unserm Darm. Milliarden Bakterien tummeln sich in ihr – außerdem konkurrieren die „guten“ Bakterien mit den „schlechten“ um Nahrung und verdrängen dadurch pathogene Mikroorganismen. Unser die Mundflora, wissenschaftlich auch orales Mikrobiom genannt, ist die erste Verteidigungslinie unseres Körpers und schützt unser Darmmikrobiom vor krankmachenden Keimen. Für die Entwicklung des kindlichen Immunsystems sind diese Ergebnisse der Forschung eine wahrliche Bereicherung – denn diese zeigen, dass eine probiotisch ausgeglichene Mundflora einen erheblichen Einfluss auf die Entstehung von Erkältungskrankheiten und auch für die Darmgesundheit hat!

Unterstützung für das Immunsystem Ihres Kindes:

  • Der Aufenthalt im Freien fördert die körpereigene Abwehr!
  • Sorgen Sie für ausreichend Schlaf Ihres Kindes – Schlaf ist essentiell für die Widerstandskraft gegen Bakterien & Co.!
  • Achten Sie auf genügend Flüssigkeit (ungesüßte Getränke) – wichtig zur Ausscheidung von Giftstoffen!
  • Nährstoffreiche Ernährung, Vitamine und Ballaststoffe (Obst und Gemüse) stärken das Immunsystem und den Darm!
  • Auch Kinder benötigen ausreichend Ruhe und Entspannung – Stress schwächt das Immunsystem!
  • 2-3-mal tägliches Zähneputzen und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, fördert die Gesundheit von Zähnen und der Mundflora!
  • Reduzieren Sie „übertriebene“ Hygienemaßnahmen – erlauben Sie dem Kind sich auch mal schmutzig zu machen!
  • Die Gabe hochwertiger Multispezies Probiotika, unterstützt nachweislich das Immunsystem Ihres Kindes
  • Kuscheln, herzen und knuddeln Sie Ihr Kind ganz oft – die seelische und emotionale Gesundheit, steht eng im Zusammenhang mit der körperlichen Gesundheit!

Mehr über das Immunsystem von Kindern erfahren

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Kindern einen wunderschönen, farbenfrohen und gesunden Herbst!

Katrin GrieblerÜber die Autorin

Mein Name ist Griebler Katrin, ich bin pharmazeutisch kaufmännische Assistentin, Mutter eines Sohnes und Hunde- und Katzenmama.
Meine Leidenschaft und meine Berufung ist es, Menschen in ihrem ganzheitlichen Wohlbefinden zu unterstützen.

Als PKA, Darmfachberaterin und Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin ist es mir wichtig,
Menschen ihr höchstes Gut (wieder) näher zu bringen – unsere körperliche, geistige und seelische Gesundheit!

 
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