28. Nov 2019

Kinder und deren Immunsystem

Der Aufbau der kindlichen Abwehrkräfte beginnt schon im Mutterleib: Die Entwicklung der Darmflora des Babys hat einen Einfluss auf das spätere Erkrankungsrisiko. 

Nicht nur die Gene, die Eltern ihrem Nachwuchs mit auf den Weg geben, bestimmen, wie er sich entwickelt. Bereits im Mutterleib wird das Immunsystem des Embryos geprägt, denn über das Blut der Mutter kommt dieser auch mit Antikörpern für verschiedene Krankheitserreger in Kontakt. Die Darmflora der Mutter hat ebenfalls Auswirkungen darauf, wie sich die Abwehrkräfte des Kindes entwickeln: Es gibt Studien, die klar aufzeigen, dass die Bakterien im Darm der Mutter das Immunsystem des Babys formen. Nimmt die Mutter während des letzten Schwangerschaftsmonats nützliche Bakterien in Form von Probiotika ein und wird diese Behandlung beim Baby in den ersten sechs Lebensmonaten fortgesetzt, so erkranken diese Kinder später seltener an Neurodermitis.

Muttermilch als Startvorteil

Auch die Art und Weise, wie ein Baby das Licht der Welt erblickt, beeinflusst, welche Bakterien sich in seinem Darm ansiedeln. Wenn das Kind per Kaiserschnitt entbunden wird, kommt es nicht mit den Bakterien im Geburtskanal der Mutter in Berührung. Das zieht eine Verringerung der Artenvielfalt der Mikroorganismen im Darm des Babys nach sich – und einen Mangel an nützlichen Milchsäure- und Bifidobakterien.

Einen Ausgleich kann das Stillen schaffen, denn die Muttermilch ist reich an Bifidobakterien. Diese vermindern das Risiko, Infektionen und Durchfälle zu entwickeln. Nehmen die Mütter zusätzlich Probiotika ein, kann die Schutzfunktion durch das Stillen sogar noch erhöht werden. Die verschiedenen Bakterienstämme fördern die Verdauung des Babys, helfen bei der körpereigenen Produktion von Vitaminen und stellen sicher, dass krankheitserregende Bakterien sich nicht ausbreiten können. Die Bakterienwelt im Darm des Babys kann aber leicht aus dem Gleichgewicht geraten: zum Beispiel dann, wenn es mit Antibiotika behandelt wird. Besonders in den ersten zwei Jahren ist die Darmflora sehr anfällig für äußere Einflüsse.

Darmflora und Immunsystem

Wenn die Darmflora – und damit auch das Immunsystem – nicht entsprechend ausgebildet ist, treten beim Nachwuchs vermehrt Asthma, Allergien und Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes auf. In der westlichen Welt nimmt die Zahl der Allergiker stetig zu. Als Grund dafür haben Wissenschaftler die Hygiene-Hypothese aufgestellt: Auf exzessive Reinlichkeit kann eine Überreaktion des Immunsystems folgen. Es richtet sich dann beispielsweise gegen eigentlich ungefährliche Stoffe wie Pollen oder Hausstaubmilben. Zahlreiche Studien haben belegt, dass Kinder, die am Bauernhof aufwachsen, ein stärkeres Immunsystem haben. Sie erkranken seltener an Asthma und Heuschnupfen. Deshalb tun Eltern gut daran, Kindern schon früh den Umgang mit Tieren zu ermöglichen und sie ausgiebig im Freien spielen zu lassen.

 

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