05. Mrz 2019

Chronisches Erschöpfungssyndrom & Darmflora

Das chronische Erschöpfungssyndrom (CFS, chronic fatigue syndrome) ist eine bislang wenig verstandene Erkrankung.

Seine genauen Ursachen sind weitgehend unbekannt. Seitdem sich Forscher in der Medizin verstärkt diesem Problem widmen, kommt immer öfter der Einfluss von Darmbakterien ans Tageslicht und zeigt, dass das Mikrobiom eine bedeutsame Rolle zu spielen scheint.

Gekennzeichnet durch eine extreme Müdigkeit, die auf keine manifeste Grunderkrankung zurückgeführt werden kann, bleibt CFS eine Krankheit, die zugleich schwer zu diagnostizieren wie auch zu behandeln ist. Weitere Symptome sind ein Verlust von kognitiver Leistung, Schlafstörungen, vergrößerte Lymphknoten, Muskel-, Hals- und Gelenksschmerzen. Einige Forscher glauben, dass virale Infektionen eine Rolle spielen könnten, andere wiederum betonen den Einfluss von psychischem Stress und wieder andere vermuten, es könnte sich um eine Fehlfunktion des Hormon- oder des Immunsystems handeln.

Eine neue Studie, publiziert in MICROBIOME, fragt danach, ob auch Darmbakterien eine Rolle spielen könnten. Dieser Bezug erscheint auf den ersten Blick eher obskur. Jedoch leiden bis zu 90% (!) aller Patienten mit CFS auch unter Reizdarmbeschwerden (IBS, irritable bowel syndrome), was einen Zusammenhang schon eher wahrscheinlich macht. Die Studie schaute sich 50 Patienten aus 4 verschiedenen Kliniken an und verglich deren Darmflora mit gesunden Kontrollen. Untersucht wurden deren Stuhlproben auf das Vorkommen bestimmter Bakterienarten sowie Blutproben in Bezug auf die Menge an vorhandenen Immunindikatoren.

Das Ergebnis: Die Top-Biomarker für CFS mit IBS waren erhöhte Mengen von Alistipes sp. und erniedrigte von Faecalibacterium, während die Top-Biomarker für CFS ohne gleichzeitiger IBS erhöhte Mengen von Bacteroides sp. und reduzierte von Bacteroides vulgatus waren. Keine signifikanten Unterschiede hingegen wurden bei den Immun-Markern gefunden, was aber damit erklärt wird, dass nur wenige Teilnehmer CFS erst seit kurzem hatten und aus früheren Untersuchungen aber bekannt ist, dass Immunveränderungen meist nur am Anfang der Erkrankung auftreten.

QUELLE: http://www.medicalnewstoday.com/articles/317116.php

 
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