01. Aug 2019

Mag. Sylvia Neubauer

Das Wie des ersten Kontakts zählt

Kind und Erstbesiedelung des Darms

Wohl alle Mamas und Papas in spe erwarten sehnsüchtig die Geburt ihres „Bauchzwergs“. Sie sind nicht die Einzigen! Auch Armeen freundlich gesinnter Mikroorganismen können es kaum erwarten, jeden Körperwinkel des neuen Erdenbürgers besiedeln zu dürfen.

Im Grunde ist der menschliche Körper durch und durch von Keimen bevölkert. Und das ist gut so, denn je bunter und reichhaltiger die Bakterienlandschaft, desto mehr profitiert Babys Gesundheit. Einzigartig wie ein Fingerabdruck entwickelt sich das Mikrobiom bis zum dritten Lebensjahr und bleibt danach relativ stabil. Als Teil seines körpereigenen Ökosystems wird es ein Leben lang Babys Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem steuern.

Natürliche Bakterienbesiedelung

Forschungen überprüfen aktuell, inwieweit bereits in der Schwangerschaft Darmbakterien über die Plazenta und das Fruchtwasser von der Mutter zum Kind gelangen. Klar belegt ist: Kinder, deren Mütter in den letzten Schwangerschaftsmonaten Probiotika einnehmen und die selbst in den ersten sechs Lebensmonaten dieselben nützlichen Bakterien zugeführt bekommen, erkranken später seltener an Neurodermitis.

Die erste große Keimbesiedelung findet bei der Geburt statt. Wenn sich das Baby durch den Geburtskanal schiebt, kommt es in erster Linie mit den mütterlichen Milchsäurebakterien in Kontakt. Anders ist das bei Kindern, die per Kaiserschnitt entbunden werden: Sie treffen zuerst auf Bakterien in der Luft und auf Hautbakterien der Mutter. Die Population von schützenden Laktobazillen und Bifidobakterien im Darm fällt bei Kaiserschnitt-Kindern entsprechend geringer aus. Das wiederum macht sie anfälliger für Drei-Monats-Koliken, Infektionskrankheiten und Allergien. Durch sogenanntes „Vaginal Seeding“ – die Benetzung des Säuglings mit dem Vaginalsekret der Mutter nach dem Kaiserschnitt – will man diesem Problem beikommen. Auch eine Behandlung mit Antibiotika kann die empfindliche Bakterienwelt des Babys massiv aus dem Gleichgewicht bringen und sollte deshalb unbedingt von geeigneten Probiotika begleitet werden, um Babys „Gesundheitszentrale“ zu unterstützen.

Eine natürliche Geburt und das Stillen wirken sich förderlich auf Babys Bakterienwelt aus.

„Zaubertrank“ Muttermilch

Mit jeder Berührung lernt das Baby neue Mikroben kennen. Dabei gilt: Je mehr, desto besser und desto vorteilhafter für seine Gesundheit. Stillen ermöglicht dem Nachwuchs nicht nur Körperkontakt, sondern macht auch mit Blick auf die mikrobielle Besiedelung Sinn. Im Unterschied zu probiotischer Säuglingsnahrung, die in der Regel nur mit einer einzigen Bakterienspezies supplementiert wird, weist Muttermilch Hunderte nützlicher Bakterienarten auf – etwa 30% der nützlichen Bakterien im Darm überwiegend gestillter Babys stammen direkt aus der Muttermilch! Besonders wertvoll ist die gelbliche cremige Erstmilch, das sogenannte Kolostrum, welches – vollgepackt mit Immunabwehrstoffen und Eiweißen – eine Art ersten Impfstoffes für den Säugling darstellt. Insgesamt finden sich bei gestillten Kindern deutlich mehr Spezies der nützlichen Bifidobakterien, welche die Barrierefunktion der Darmschleimhaut stärken und die Immunzellen im Darm mit wichtigen Informationen zur Bekämpfung von Erregern versorgen. In diesem Sinne: Vertrauen Sie bei Ihrem kleinen Sonnenschein auf Mutter Natur. Unterstützend dazu sind Multispezies-Probiotika für Mutter und Kind ein Starterkit, welches das Mikrobiom das ganze Leben lang glücklich macht.

 

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