15. Jun 2020

Florentina Sgarz, BA

Scheidentrockenheit

Beschwerden und Anzeichen einer trockenen Scheide

In der Scheide wird täglich eine milchig-weiße bis klare Flüssigkeit produziert, welche auch unter dem Begriff „vaginaler Ausfluss“ bekannt ist. Ein gesunder Ausfluss hat eine weiße cremige Konsistenz und ist geruchslos. Eine zu trockene Scheide macht sich bemerkbar, indem die Vagina juckt, brennt und beim Geschlechtsverkehr schmerzt. Die Hauptaufgabe des Scheidenausflusses ist der Schutz vor pathogenen Erregern, aber auch, dass leichte und schmerzfreie Eindringen vom Penis beim Geschlechtsverkehr. Bei Erregung gibt die Scheide ein zähflüssiges Sekret ab, das den Geschlechtsverkehr für Frau und Mann angenehmen macht und vor Verletzungen schützt.

Wer ist von Scheidentrockenheit betroffen und was ist die Ursache?

Von Scheidentrockenheit sind sowohl junge Frauen, die sexuell aktiv sind, als auch jene, die sich in den Wechseljahren befinden, betroffen. Die Drüsen, die sich in der Scheidenschleimhaut befinden, produzieren unter Östrogeneinfluss einen Schleim, der die Scheide feucht hält und die Menge in Abhängigkeit von Erregung und Zyklus variiert. Der Mangel an Schleim oder Feuchtigkeit wird dann als „Scheidentrockenheit“ bezeichnet.

Für eine zu trockene Scheide gibt es viele Ursachen. Viele davon lassen sich auf ein gestörtes Mikrobiom, also ein Ungleichgewicht der Bakterien in der Scheidenflora, zurückführen.

  • Wechseljahre: Eine der bekanntesten Gründe für Scheidentrockenheit sind die Wechseljahre. Sie zeichnen sich durch eine verminderte Produktion der weiblichen Hormone Östrogen und Progesteron aus. Durch einen Mangel an Östrogen wird das Vaginalepithel nicht mehr aufgebaut, wodurch die Vagina ihren Schutz verliert. Hier erfahren Sie mehr über dieses Thema!
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Durch die hormonellen Schwankungen in der Schwangerschaft kann es zu einer Scheidentrockenheit kommen, die jedoch zeitlich begrenzt ist. Die Schleimdrüsen sind nach einer Geburt für eine Weile beeinträchtigt, aber erholen sich nach ungefähr sechs bis acht Wochen wieder.
  • Hormonelle Verhütungsmittel: Auch jüngere Frauen sind von einer trockenen Vagina betroffen. Vor allem die, die mit niedrig dosierten hormonellen Mitteln verhüten. Diese irritieren den Körper, sodass es sein kann, dass er nicht mehr genügend eigenes Östrogen produziert, was zu Folge hat, dass der Östrogenspiegel sinkt.
  • Nicht ausreichende Erregung: Ist die Frau nicht ausreichend erregt, ist auch die Scheide nicht genug befeuchtet. Das kann beim Eindringen des Penis Schmerzen und Brennen in der Vagina auslösen.
  • Falsche Intimhygiene: Durch eine mangelnde oder übertriebene Intimpflege mit Intimwaschlotionen, Sprays oder Scheidenspülungen, welche reizende Substanzen wie Seife, Silikone, Parabene, Parfüm enthalten, sind auch ein Grund für ein Ungleichgewicht der Scheidenflora, was wiederum eine trockene Vagina verursachen kann.
  • Diverse Erkrankungen und Infektionen: Es gibt verschiedene Erkrankungen, die ebenfalls die Ursache für eine Scheidentrockenheit sein können. Dazu zählen beispielsweise Diabetes mellitus, Nieren- oder Leberschädigungen, Schilddrüsenerkrankungen, Depressionen oder auch Bluthochdruck. Ebenfalls kann auch eine vorangegangene Pilzinfektion Schuld an einer fehlenden Feuchtigkeit haben.

Behandlungsmöglichkeiten bei trockener Vagina

Es gibt viele verschiedene Ursachen für eine Scheidentrockenheit, daher richtet sich auch die Therapieform je nach Auslöser. Es gibt bereits gute Mittel, die akut gegen eine Scheidentrockenheit helfen, zum Beispiel künstliche Gleitgels, spezielle Befeuchtungsgels für die Vagina oder die natürliche Variante – Kokosöl. Ebenfalls gibt es Studien, die belegen, dass die Einnahme von Probiotika, die speziell für die Scheidenflora entwickelt wurden, langfristig eine positive Wirkung auf Scheidentrockenheit haben. Eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, kann die Scheidenflüssigkeit auch begünstig beeinflussen.

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