Bedeutung von Ernährung bei Morbus Crohn
bauchgefühl: Gesunde Ernährung ist für Sie ein wichtiges Thema – und das aus der eigenen Leidensgeschichte heraus. Was war geschehen?
Ivan Cindric: Ich hatte einen katastrophalen Lebensstil mit schlechter Ernährung und einem hohen Stresslevel. Ich glaube heute, dass ich mich aktiv in meine chronischen Erkrankungen „hineingegessen“ habe. Sprich, das konsumiert habe, was allgemein als westliche Diät verstanden wird, mit reichlich Zucker, Fastfood und schlechten Kohlenhydraten. Mein persönliches Resultat: 2014 wurde bei mir Morbus Crohn diagnostiziert, 2018 kam auch noch rheumatoide Arthritis dazu. Was bei Autoimmunerkrankungen spannend ist: Die Schulmedizin sagt, es braucht eine genetische Disposition, um derart zu erkranken. Wenn dem so ist, habe ich diese Disposition provoziert.
Herausforderungen der Schulmedizin: Warum herkömmliche Behandlung nicht ausreichte
bauchgefühl: Wie hat man versucht, Sie schulmedizinisch zu unterstützen – und warum hat Ihnen das nicht gereicht?
Ivan Cindric: Die Schulmedizin ist beim Thema Autoimmunerkrankungen, etwa bei Morbus Crohn, ziemlich konservativ. Klassisch gibt es am Anfang eine Kortison-Stoßtherapie, damit man die Symptome, die massiven Entzündungen, in den Griff bekommt. Die Schulmedizin geht grundsätzlich davon aus, dass das Immunsystem bei einer Autoimmunerkrankung orientierungslos hyperaktiv ist und das eigene Zellgewebe angreift.
Mein Fehler war, dass ich dem anfangs blind vertraut habe. Ich war bei einem Arzt, der nicht über den Tellerrand schauen konnte und Komplementärmedizin als nett empfand, aber als wirkungslos. Für mich bedeutete das fast fünf Jahre reine Chemie. Der Wendepunkt trat ein, als ich obendrauf noch Rheuma bekommen habe und der Arzt meinte: „Keine Sorge, Ihr Medikament hilft gegen beides.“ Da habe ich das Vertrauen zeitweise verloren.
bauchgefühl: Was haben Sie für sich persönlich verändert, als Sie erkannt haben, dass es so nicht weitergeht?
Ivan Cindric: Ich habe mich zunächst mit der Komplementärmedizin vertraut gemacht und bin irgendwann auf die Bedeutung einer gesunden Darmflora gestoßen. Vereinfacht gesagt: Je natürlicher, je ballaststoffreicher die Ernährung, desto besser. Dann habe ich mir zwei Gerichte ausgesucht und mich darauf beschränkt. Nicht jedermanns Sache, aber am Anfang waren es Haferbrei, maximal mit Heidelbeeren oder Ananas, und die Karottensuppe nach Dr. Moro.
Der Leidensdruck war so hoch, dass ich fast Angst davor hatte, etwas anderes zu essen. Aber: Es hat mir geholfen und nach ein paar Monaten waren zunächst einmal die Rheumabeschwerden weg und auch die Morbus-Crohn-Symptome gingen deutlich zurück. Statt 30 bis 40 Toilettengängen waren es nun 10 bis 15. Dann dachte ich, ich könnte mir nun wieder etwas anderes gönnen. Diese Inkonsequenz kostete mich die anfänglichen Erfolge und nach drei Wochen verschlechterte sich alles wieder. Wieder Durchfall, wieder geschwollene Gelenke.
Mit Ernährung gegen chronische Erkrankungen
bauchgefühl: Wie lange hat es gedauert, bis die Ernährungsumstellung Erfolg zeigte und Sie beschwerdefrei waren?
Ivan Cindric: Also bis zur Beschwerdefreiheit bei Morbus Crohn? Da müsste ich lügen. Beim Rheuma hat es funktioniert. Hier war der letzte Schub im Sommer 2020, da hat die ganze Umstellung Erfolg gehabt. Aber bei Morbus Crohn kann die Ernährung noch so perfekt sein – kommen die Faktoren Stress und Psyche ins Spiel, reagiert der Magen-Darm-Trakt eben darauf und das hat niemand immer im Griff. Die Toilettengänge haben sich deutlich reduziert, aber ich werde damit mein ganzes Leben zu tun haben.
Dennoch hat sich meine Lebensqualität erheblich verbessert. Also die ganze Veränderung lohnt sich für jeden, der davon betroffen ist. Es ist wichtig anzuerkennen, dass es für Morbus-Crohn-Patienten aktuell noch keine Heilung gibt. Wenn man das glaubt und man nach einer langen Zeit, in der es einem deutlich besser geht, den ersten Rückschlag erlitten hat, ist das äußerst frustrierend. Das Ziel, und das lässt sich erreichen, ist eine deutliche Besserung.
Flocke Flora: Die Vision, den Lebensmittelmarkt zu revolutionieren
bauchgefühl: Wie kommt man auf die Idee, in dem hart umkämpften Markt für Lebensmittel ein Unternehmen zu gründen, das unter anderem Biotee anbietet?
Ivan Cindric: Es störte mich am Lebensmittelmarkt, dass ich hinsichtlich der Magen-Darm-Gesundheit eigentlich keiner Marke trauen konnte und im Supermarkt keine darmfreundlichen Produkte gefunden habe. Und 2021 gab es einen durch Influencer ausgelösten Hype um Eistee. Und das führte am Massenmarkt dazu, dass diese Getränke noch unnatürlicher und ungesünder wurden, als sie es ohnehin schon waren. Das war für mich mit meiner Vorgeschichte eine starke Motivation, etwas anderes zu tun, und so ist die Marke „Flocke Flora“ entstanden.
Unser Eistee, unser erstes Produkt, zeichnet sich durch einen möglichst geringen Verarbeitungsgrad, direkt aufgebrühte Kräuter, Direktsäfte und Bioqualität aus – damit haben wir in diesem Segment im Lebensmittelhandel tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal.
Warum Flocke Flora-Produkte besonders sind
bauchgefühl: Was unterscheidet Ihre Produkte von anderen, warum sind sie besonders gut für den Darm?
Ivan Cindric: Grundsätzlich schaue ich mir bei der Produktentwicklung an, ob der Grad der Verarbeitung der biologischen Basis so gering wie möglich ist und ob die Zutaten magen- und darmfreundlich sind. Und im Teesegment spielen natürlich vor allem Kräuter eine Rolle, zum Beispiel Kamille, Fenchel und Holunderblüte. Für den Konsumenten ist der Geschmack wichtig. Dafür verwenden wir Direktsäfte und Honig. Aber der größte Vorteil unserer Tees besteht darin, dass der Eistee mit wasserlöslichen Ballaststoffen angereichert ist. Zum Beispiel mit Akazienfasern, die weder den Geschmack noch die Konsistenz verändern und das Futter für die guten Bakterien der Darmflora liefern.
Kollaboration mit dem Institut AllergoSan: Die Grundlage für hochwertige Produkte
bauchgefühl: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Institut AllergoSan?
Ivan Cindric: Mir war es wichtig, von Anfang an Produkte zu entwickeln, die zu 100 % darmfreundlich sind. Von OMNi-BiOTiC® bin ich selbst schon lange überzeugt – und deswegen habe ich die Idee von Flocke Flora im Institut AllergoSan vorgestellt. So kam eins zum anderen und wir arbeiten heute in der Produktentwicklung und im Marketing zusammen. Was eine große Hilfe ist, da wir so das Potenzial haben, die Produkte auf höchstem Niveau für die Darmgesundheit weiterzuentwickeln.
Zukunftsvision: Eine komplette Produktpalette für die Darmgesundheit
bauchgefühl: Planen Sie weitere Produkte? Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ivan Cindric: Meine Vision ist eine ganze Produktpalette: vom Frühstück über Snacks, weitere Getränke bis hin zum Abendessen. Im Moment widmen wir uns konkret einem darmfreundlichen Granolamüsli, Crackern, Pasta, Sugos, aber auch einem meiner Lieblingsprodukte, dem Zwieback. Da würde ich gerne mit dem Mythos aufräumen, dass man mit Cola und Salzstangen eine Durchfallerkrankung in den Griff bekommen könne. Besser sind ein guter Kräutertee und ein Zwieback, der reich an Ballaststoffen ist.
Ivan Cindric ganz persönlich
Weitere Infos unter: www.flockig.com