Ups, das stinkt! – Wenn Pupse besonders unangenehm riechen oder sogar stark stinken, lohnt sich ein Blick darauf, was vorher auf dem Teller lag. Denn: Besonders üppige und eiweißreiche Mahlzeiten wirken stark blähend und können unsere Verdauung auf die Probe stellen.
Zum Glück gibt es die Papaya – sie enthält das natürliche Enzym Papain, welches die Verdauung eiweißreicher Speisen unterstützen kann.
Warum stinken Pupse eigentlich?
Pupsen und Blähungen gehören zu einer normalen Verdauung dazu. Wenn die Bakterien in unserem Darm allerdings bestimmte Eiweißbestandteile verstoffwechseln, entstehen schwefelhaltige Gase. Die Folge: Der sprichwörtliche „Wind aus dem Darm“ stinkt intensiv nach faulen Eiern.
Besonders nach eiweißreichen Mahlzeiten kann es passieren, dass der Dünndarm nicht alles verdauen und aufnehmen kann. Im Dickdarm kommt dann etwas zu viel unzureichend verdautes Protein an. Dort sitzen wiederum die meisten der im Darm beheimateten Bakterien. Manche von ihnen freuen sich sehr über die extra Ladung Protein und machen sich daraufhin fleißig an die Verdauungsarbeit. Dabei produzieren sie jede Menge stinkende Gase.
Auch Ballaststoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Gasentstehung im Darm. Hier ist die richtige Balance ausschlaggebend. Konsumieren wir zu wenig Ballaststoffe, verhungern einige unserer bakteriellen Darmbewohner, obwohl wir sie eigentlich für eine ausgeglichene Darmflora brauchen. Es entsteht Platz für andere Bakterien, wie zum Beispiel jene, die übelriechende Gase produzieren können.
Essen wir jedoch ungewohnt große Mengen an Ballaststoffen, bekommen auch unsere Bakterien ungewohnt viel Nahrung, die sie verstoffwechseln können. Und diese bakteriellen Stoffwechselprozesse können wiederum Blähungen hervorrufen.
Blähungen durch Eiweiß
Zu den proteinreichen, schwer verdaulichen Mahlzeiten gehören nicht nur Fleischgerichte wie Burger, Schnitzel oder Braten. Auch vegetarische Gerichte wie Linseneintopf, Chili sin Carne, Falafel mit Hummus oder proteinreiche Bowls können den Darm fordern. Sehr große Portionen Quark oder Skyr sowie Proteinshakes in Kombination mit weiteren eiweißreichen Speisen können die Proteinmenge einer Mahlzeit ebenfalls deutlich erhöhen.
Im Dünndarm angekommen, muss alles Schritt für Schritt in kleine Bausteine zerlegt werden. Und wie wir gerade schon gelernt haben, funktioniert das bei großen Speise-Mengen nicht immer vollständig.
Wer jetzt denkt, dass man doch einfach auf Eiweiß verzichten könnte, um übelriechende Blähungen zu vermeiden, übersieht, dass Protein für unseren Körper unverzichtbar ist. Lediglich seine Verdauung ist aufwändiger als die vieler anderer Nährstoffe. Das Geheimnis liegt, ähnlich wie bei den Ballaststoffen, in der Menge des aufgenommenen Eiweißes sowie im Einfluss von zu viel Fett und anderen blähenden Lebensmitteln wie Bohnen oder Zwiebeln.
Desulfovibrionaceae und Proteobakterien: Verursacher übelriechender Blähungen
Unser Darm beheimatet Billionen von Bakterien, und alle haben spezielle Fähigkeiten und Aufgaben. So auch die Bakterienart Bilophila wadsworthia und weitere Angehörige der Familie der Desulfovibrionaceae. Sie können eines besonders gut: Sulfat in Schwefelwasserstoff umwandeln. Das Ergebnis ist geruchsintensiv.
Auch Bakterien innerhalb der Gruppe namens Proteobakterien können zu einem strengen Geruch beitragen. Denn sie verstoffwechseln schwefelhaltige Aminosäuren aus Fleisch, Fisch und Co und bilden dabei Schwefelwasserstoff sowie Methanthiol – Gase, die übelriechende Blähungen verursachen.
Entscheidend ist dabei nicht, ob einzelne dieser Bakterienarten vorhanden sind – sondern wie ausgewogen das Darm-Mikrobiom als Ganzes ist. So tritt Bilophila wadsworthia in einem ausgeglichenen Darm-Mikrobiom normalerweise nur in geringen Mengen auf. Ist die Ernährung jedoch sehr reich an Fett und tierischem Protein aber gleichzeitig ballaststoffarm, kommt auch Bilophila wadsworthia vermehrt im Darm vor.
Die Balance des Darm-Mikrobioms gerät dann also ernährungsbedingt aus dem Gleichgewicht und Stoffwechselprozesse bei denen schwefelhaltige Gase entstehen können, treten in den Vordergrund.
Papaya und Papain: Unterstützung bei der Eiweißverdauung
Die Papaya ist nicht nur eine tropische Frucht, die viele Vitamine und Mineralstoffe enthält. Sie ist auch wegen ihres natürlichen Enzyms Papain sehr interessant für unsere Verdauung. Papain gehört zu den sogenannten Proteasen – also Enzymen, die Eiweiße in kleinere Bestandteile zerlegen können.
Damit passt Papaya besonders gut zu Situationen, in denen die Eiweißverdauung gefordert ist: etwa nach einer üppigen Mahlzeit oder einem Grillabend mit viel Fleisch.
Papain und das Darm-Mikrobiom: Das sagt die Forschung
Auch die Wissenschaft hat das Enzym Papain genauer unter die Lupe genommen:
In einer klinischen Studie mit 139 Personen, die seit mindestens sechs Monaten unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Verstopfung oder Oberbauchschmerzen litten, wurde die Wirkung eines speziellen Papaya-Konzentrats über 40 Tage untersucht. Im Vergleich zur Placebogruppe berichteten die Teilnehmenden, die das Papaya-Konzentrat eingenommen hatten, über signifikant weniger Blähungen sowie eine Verbesserung weiterer Verdauungsbeschwerden.
An Mäusen wurde außerdem untersucht, wie Papain die Proteinverdauung und die Zusammensetzung des Darm-Mikrobioms beeinflusst. Dabei zeigte sich unter anderem eine Veränderung bestimmter Bakteriengruppen, darunter eine geringere Häufigkeit von den für Gestank relevanten Proteobakterien.
Bye bye Pups-Gestank: Was hilft gegen stinkende Blähungen?
So viel ist klar: Die Ernährung spielt eine maßgebliche Rolle bei der Bildung von Gasen und unangenehmen Gerüchen. Um diese einzudämmen, können sich folgende Tipps als nützlich erweisen:
- Vermeiden Sie sehr große, eiweiß- und fettreiche Mahlzeiten.
- Erhöhen oder reduzieren Sie die Ballaststoffmenge nicht plötzlich stark.
- Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.
- Stress kann ebenfalls die Nährstoffverwertung beeinflussen.
- Beobachten Sie, nach welchen Lebensmitteln oder Lebensmittelkombinationen der Geruch besonders auftritt.
Weiters lohnt sich ein Blick auf das individuelle Darm-Mikrobiom – denn eine veränderte Darmflora kann bei einem vermehrten Auftreten von stark riechenden Blähungen eine Rolle spielen.
Als zusätzliche, natürliche Unterstützung können spezielle Zubereitungen aus Papayamus interessant sein, denn sie enthalten besonders hohe Mengen des Enzyms Papain, das dabei hilft, Eiweiße zu verdauen. Über besondere Kochverfahren kann die Aktivität des Papains sogar um ein Vierfaches erhöht werden. So können große Nahrungsproteine bereits früh in kleinere Bestandteile zerlegt werden.
Insgesamt spielen die Ernährung und unser Darm-Mikrobiom eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung von streng riechenden „Darmwinden“. Papayamus kann dabei helfen, die Verdauung positiv zu unterstützen.
Wann sollte medizinischer Rat eingeholt werden?
Gelegentliche Blähungen sind, abgesehen vom Gestank, zum Glück meist harmlos und auch normal. Wenn die Beschwerden jedoch plötzlich auftreten, sehr stark sind oder mit Durchfall, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber oder anhaltenden Schmerzen einhergehen, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.