23. Jun 2020

Florentina Sgarz, BA

Tipps für eine gesunde Vaginalflora

Die Scheidenflora hat einen erheblichen Einfluss auf den gesamten Körper der Frau. In ihr leben viele essenzielle Bakterien, die einer Wächterfunktion nachgehen und den Körper vor krankmachenden Keimen schützen. Viele Frauen wissen gar nicht, wozu ihre Vagina fähig ist und wie wichtig es daher ist, auf sie zu achten. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass das Thema „Scheidengesundheit“ oft nur mit dem Arzt oder der Ärztin des Vertrauens besprochen wird. Die Vagina ist in eine dicke Schleimhaut gekleidet, die sie vor fremden Keimen und Pilzen schützt. Dafür braucht sie selbst „gute“ Bakterien, genauer gesagt Laktobazillen (Milchsäurebakterien). Unzählige dieser kleinen Helfer bilden gemeinsam die Scheidenflora. Sie sorgen für das vaginale Gleichgewicht und verteidigen die Vagina, wenn fremde Keime in die Frau eindringen wollen. Doch wie hält Frau ihre Vagina am besten gesund? Wie sorgt sie dafür, dass die Scheidenflora nicht aus dem Gleichgewicht gerät? Es gibt viele verschiedene Faktoren, welche die Scheidengesundheit beeinflussen. Wir haben für Sie die wichtigsten zusammengefasst.

Immunsystem stärken

Starkes Immunsystem – „starke“ Vagina. Denn ein kräftiges Immunsystem begünstigt auch eine intakte Scheidenflora. Es gibt viele verschiedene Wege das Immunsystem zu unterstützen, sei es mit Sport in der Natur, mit gesunder Ernährung oder auch mit entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln. Man muss nur den angenehmsten Weg für sich selbst finden. Hier erfahren Sie mehr darüber, wie Sie ihr Immunsystem stärken können.

Gesunde Ernährung

Auch wenn es nicht gerade naheliegend erscheint: Unsere Ernährung hat sehr großen Einfluss auf die Scheidengesundheit. Es gibt tatsächlich Lebensmittel, die das Gleichgewicht in der Vagina stören und so die Besiedelung mit schlechten Bakterien fördern. Gesunde Fette wie Nüsse, Olivenöl, Avocado und Co, haben einen positiven Einfluss auf das Abwehrsystem. Nebenbei begünstigen sie auch Stoffwechselprozesse und den Aufbau von Zellwänden sowie die Hormonproduktion. Zucker hingegen, ist nicht sehr förderlich für das Mikrobiom, da er Nahrung für die schlechten Keime im Darm ist welche in der Folge in die Vagina gelangen können. Die Verfassung der Scheidenflora ist aber auch im Mund ablesbar. Wer also Durst hat, kann davon ausgehen, dass es seiner Vagina genauso geht. Daher: auf ausreichend Flüssigkeit achten!

Künstliche Hormone in der Ernährung vermeiden

Verzichten Sie nach Möglichkeit vollkommen auf künstliche Hormone. Fleisch oder Milchprodukte aus dem Supermarkt sind oft hormonell behandelt und beinhalten mitunter das künstlich erzeugte Hormon Xenoestrogen, welches den natürlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen kann. Achten Sie daher auf Bio-Qualität oder kaufen Sie direkt bei Bio-Bauern ab Hof oder am Markt ein.

Darm- und Scheiden-Mikrobiota

 

In der Scheidenflora lebt eine Vielzahl an Laktobazillen, die Milchsäure produzieren, welche essenziell für den Erhalt des sauren pH-Werts ist. Genauso wie die Scheide, hat auch der Darm sein eigenes Mikrobiom mit spezifischen Bakterien. Eine Gemeinsamkeit von Vagina und Darm ist das zum Teil saure Milieu, welches den dort lebenden Milchsäurebakterien (Laktobazillen) zu verdanken ist. Dieses Milieu ist die Voraussetzung für eine funktionsfähige Körperabwehr gegen Krankheitserreger.

 

Richtige Pflege im IntimbereichRichtige Intimpflege

Die richtige Pflege des Intimbereiches ist das A und O. Zu wenig Pflege ist nicht gesund, aber auch zu viel ist nicht förderlich. Einmal am Tag unter der Dusche mit lauwarmem Wasser reicht für die optimale Reinigung der Scheide vollkommen aus. Wer dennoch mit Produkten reinigen möchte, sollte unbedingt darauf achten, spezielle Pflegeprodukte zu verwenden. Diese sollten pH-neutral sowie parfumfrei sein. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, ein Extra-Handtuch nur für den Intimbereich zu verwenden und gegebenenfalls auf Weichspüler bei Unterwäsche zu verzichten.

Atmungsaktive Wäsche

Enge Kleidung oder Unterwäsche aus synthetischen Materialien ist für die Scheidenflora nicht förderlich. Durch die Kunstfaser wird keine Feuchtigkeit abtransportiert und es kommt zu Staunässe, die das Wachstum von Erregern einer Scheideninfektion begünstigt. Das gleiche gilt für enge Kleidung wie Jeans oder Hosen. Denn sie unterbinden sozusagen die Belüftung des Schambereiches, auch die Durchblutung wird vermindert.

Dauerstress vermeiden

Ebenfalls ein signifikanter Faktor für die Scheidengesundheit ist Stress. Er kann die Darm- und Scheidenflora aus dem Gleichgewicht bringen und so das Risiko für Infektionen erhöhen. Es ist nicht nur für den Körper wichtig, dauerhaften Stress zu vermeiden, sondern auch für die Psyche. Mehr zum Thema Stress erfahren Sie hier.

Einnahme von Probiotika

Genau wie der Darm, braucht auch die Scheide „gute“ Bakterien, um im gesunden Gleichgewicht zu bleiben und den pH-Wert zu stabilisieren. Es gibt nachweislich einen Zusammenhang zwischen Scheiden- und Darmflora im Körper. Denn Darmstörungen, wie Durchfälle oder Verstopfungen, können sich negativ auf die Scheide bzw. deren Mikroflora auswirken. Probiotika sind daher eine gute Lösung, die Darm- sowie Scheidenflora zu unterstützen und so eine Dysbalance zu verhindern. Vor allem nach einer Antibiotikatherapie ist die Anwendung von Probiotika empfehlenswert. Die Einnahme von Probiotika mit wichtigen, gesundheitsfördernden Bakterien trägt somit zur Aufrechterhaltung einer gesunden Mikroflora sowohl der Scheide als auch des Darms bei.

Geschützter Geschlechtsverkehr

Nicht nur die Vagina ist mit Bakterien besiedelt, sondern auch der Penis. Beim Geschlechtsverkehr können die Bakterien vom Penis in die Scheide gelangen und verschiedene Krankheiten auslösen. Um dieses Risiko so gut wie möglich zu minimieren, ist es immer ratsam mit einem Kondom zu verhüten, wenn man zu Scheideninfektionen neigt. Auch der Wechsel zwischen Anal- und Vaginalverkehr steigert das Risiko von Scheideninfektionen.

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