Verdauungsprobleme: Hausmittel für werdende Mütter
Viele Schwangere kennen Beschwerden wie Verstopfung, Blähbauch, Völlegefühl oder Sodbrennen. Häufig stecken hormonelle Veränderungen, der wachsende Bauch oder eine veränderte Ernährung dahinter. Gut zu wissen: Schon kleine Routinen können helfen, die Verdauung im Alltag sanft zu unterstützen.
1️⃣ Ausreichend trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Kräutertee
2️⃣ Regelmäßig bewegen, zum Beispiel kurze Spaziergänge
3️⃣ Ballaststoffreiche Lebensmittel langsam und bewusst in den Speiseplan integrieren
Warum das so ist – und welche Hausmittel in dieser sensiblen Lebensphase besonders häufig empfohlen werden – erfahren Sie in diesem Beitrag.
⚠️ Bei starken, anhaltenden oder plötzlich auftretenden Beschwerden sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.
"Checkliste" für werdende Mütter
- Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Kräutertee und verdünnte Säfte)
- Essen Sie langsam und kauen Sie ausreichend
- Nehmen Sie kleine Mahlzeiten zu sich und essen Sie bewusst
- Essen Sie ballaststoffreiche Nahrungsmittel (Vollkornprodukte und Obst)
- Vermeiden Sie Hülsenfrüchte, Kohlgemüse und Zwiebeln (diese gehören zu den blähenden und schwer verdaulichen Nahrungsmitteln)
- Reduzieren Sie auch verdauungshemmende Lebensmittel wie Schokolade und Weißmehlprodukte
- Trockenpflaumen werden insbesondere bei Verstopfung in der Schwangerschaft ebenfalls häufig empfohlen
- Heilpflanzen wie Leinsamen und Flohsamen können die Darmtätigkeit anregen und Verstopfungen lösen – hierbei ist jedoch unbedingt auf die richtige Anwendung zu achten
- Säurearmes Obst wie Apfel, frische Erdbeeren, oder Papaya werden als Hausmittel bei Sodbrennen in der Schwangerschaft empfohlen
- Probiotika: durch den Aufbau der Darmflora kann eine Dysbiose ausgeglichen werden, welche ebenfalls Ursache von Verdauungsproblemen sein kann
Warum kommt es zu Verdauungsproblemen in der Schwangerschaft?
Verstopfung: diese Faktoren können Schuld sein
Insbesondere zu Beginn einer Schwangerschaft haben viele werdende Mütter mit Verstopfung zu kämpfen. Ursache hierfür ist mitunter das Hormon Progesteron. Während es für das wachsende Kind lebensnotwendig ist, hat es eine nachteilige Auswirkung auf die Darmtätigkeit, da es die Verdauung der Schwangeren verlangsamt.
Auch die Einnahme von Eisenpräparaten kann eine Verstopfung begünstigen. Gegen Schwangerschaftsende benötigen das wachsende Kind und die Plazenta immer mehr Platz und so nimmt der Druck auf das Verdauungsorgan der Schwangeren zunehmend zu. Infolgedessen kann es bei der Verstopfung zu Schmerzen und einem beschwerlichen Toilettengang kommen.
Blähungen in der Schwangerschaft
Die hormonelle Umstellung begünstigt auch das Entstehen von Blähungen in der Schwangerschaft. Die verlangsamte Verarbeitung der Nahrung sorgt dafür, dass halb-verdaute Lebensmittel zu gären beginnen. Dies hat zur Folge, dass viele Schwangere unter einem Blähbauch und Völlegefühl leiden.
Durchfall: häufige "Nebenerscheinung"
Auch Durchfall kann eine unangenehme Nebenerscheinung in der Schwangerschaft sein. Der Körper reagiert sensibler auf Nahrung, da oftmals auf andere Lebensmittel als zuvor zurückgegriffen wird und Durchfälle sind die Folge. Stress, Reizdarm-Beschwerden oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können in der Schwangerschaft ebenfalls zu Durchfall führen.
Treten heftige, massive Durchfälle auf, ist dies meist ein Hinweis auf eine Infektion (Viren, Bakterien, Parasiten) und es sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei der Geburt kann es zu Durchfall kommen. Die Ursache hiervon liegt jedoch in der starken Aktivität der Gebärmutter, welche zu einer erhöhten Darmbewegung führt.
Sodbrennen bei Schwangeren
Insbesondere im zweiten und letzten Trimester sind viele schwangere Frauen von Sodbrennen betroffen. Auch hier spielt der veränderte Hormonspiegel eine Rolle. Dieser und die wachsende Gebärmutter führen dazu, dass der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen weniger angespannt ist. Infolgedessen kann Magensäure leichter nach oben gelangen. Die Bewegungen und Tritte des Babys können den Magensaft ebenfalls aufsteigen lassen und zu Sodbrennen führen.
Eine säurereiche Ernährung (Kohlenhydrate, Fette, säurehaltiges Obst, etc.) kann ebenfalls eine Ursache für diese Beschwerden sein.
Was hilft gegen Verdauungsbeschwerden in der Schwangerschaft?
Auch wenn die hormonellen und körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft nicht vermeidbar sind, so gibt es dennoch einige Tipps und Tricks, die bei Darmproblemen in der Schwangerschaft nützlich sein können:
- Regelmäßige Bewegung, wenn möglich an der frischen Luft – in etwa 30 Minuten täglich
- Ausreichend Schlaf – in der Nacht ist das Verdauungssystem sehr aktiv
- Lockernde Bauchmassagen: im Uhrzeigersinn sanft den Bauch massieren, am besten vor und nach dem Essen
Es lohnt sich auch auf die Ernährung in der Schwangerschaft zu achten.
Wann sollten Sie Ihre Verdauungsprobleme ärztlich abklären lassen?
Bitte wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Beschwerden plötzlich sehr stark auftreten, länger anhalten oder mit weiteren Symptomen wie Fieber, starken Schmerzen, Blut im Stuhl, Kreislaufproblemen oder anhaltendem Durchfall verbunden sind. Auch wenn Sie unsicher sind, welche Hausmittel oder Produkte in Ihrer Schwangerschaft geeignet sind, ist eine medizinische Rücksprache sinnvoll.
Probiotika in der Schwangerschaft
Neben Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Bewegung rückt auch das Darm-Mikrobiom in der Schwangerschaft stärker in den Fokus. Denn im Darm leben zahlreiche Mikroorganismen, die Teil unseres Verdauungssystems sind. Der Einsatz von wissenschaftlich geprüften Probiotika kann für werdende Mütter eine sinnvolle Ergänzung sein – besonders dann, wenn sich Verdauung und Bauchgefühl verändern. So erhalten die eigenen „guten“ Darmbakterien Unterstützung durch lebensfähige, probiotische Bakterien.
Die Besiedelung des Darms der Mutter mit den „richtigen“ Bakterienstämmen sorgt für einen guten Start von Mutter und Baby. Einerseits kann dies positive Auswirkungen auf die Verdauungsbeschwerden der werdenden Mutter haben. Andererseits bereitet es die Darmflora der Mutter auf die Geburt vor – damit das Baby bei einer vaginalen Geburt von Anfang an mit wichtigen Bakterien versorgt wird. Diese nützlichen Bakterien, die ursprünglich aus dem mütterlichen Darm stammen, finden innerhalb kürzester Zeit ihren Bestimmungsort im kindlichen Körper.
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