19. Nov 2021

Barbara Seitler, MSc

Leberzirrhose

Entgiften, Fett verdauen, Energie speichern – die Leber verrichtet eine Vielzahl an wichtigen Aufgaben im Körper. Diesen kann sie allerdings nur nachkommen, solange sie gesund ist. Bei einer Leberzirrhose (auch Schrumpfleber genannt) verliert sie aufgrund struktureller Veränderungen nach und nach ihre Funktionsfähigkeit. Erfahren Sie mehr über die Symptome einer Leberzirrhose, was mögliche Ursachen sind, und welche Auswirkungen diese Erkrankung auf die Lebenserwartung haben kann.

Leberzirrhose - gezeichnete Leber auf Blog umgeben von ungesunder ErnaehrungWas ist eine Leberzirrhose?

Eine Leberzirrhose, auch als „Schrumpfleber“ bekannt, ist eine Erkrankung der Leber, bei welcher es zu einem narbigen Umbau des Lebergewebes kommt. Auf diese Weise kann die Leber ihre Aufgaben als zentrales Stoffwechselorgan nicht mehr ausreichend erfüllen.

Lange Zeit wurde die Leberzirrhose als irreversibles Endstadium verschiedener chronischer Lebererkrankungen betrachtet, welches den Tod als Folge hatte. Heute wird sie als prinzipiell reversibles Krankheitsbild verstanden, bei welchem die Leber selbst im fortgeschrittenen Stadium einem ständigen Umbau unterliegt, und welches je nach Stadium eine individuelle Therapie erfordert.

Die Leber steht in enger struktureller sowie funktioneller Beziehung zu Dünn- und Dickdarm und infolgedessen auch zum Darmmikrobiom. Bei einer Leberzirrhose ist die Darm-Leber-Achse gestört. Das äußert sich in einer veränderten Darmflora, im Sinne einer bakteriellen Fehlbesiedlung (Dysbiose), sowie einem Verlust der Diversität. Infolgedessen kann es zu einer erhöhten Durchlässigkeit (Leaky Gut) kommen. Und dies kann einen negativen Einfluss auf den Fortschritt der Erkrankung haben, indem es entzündliche Vorgänge in der Leber stimulieren kann.

Symptome einer Leberzirrhose

Zu Beginn einer Leberzirrhose merken die Betroffenen häufig noch nichts davon, dass die Leber geschädigt ist. Je weiter fortgeschritten die Erkrankung ist, desto eher machen sich Symptome bemerkbar. Zum typischen Erkrankungsbild einer Leberzirrhose gehören Übelkeit, Druck- oder Völlegefühl oder gar eine Wasseransammlung im Bauch, Müdigkeit und Abgeschlagenheit sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit.

In späteren Stadien einer Leberzirrhose kann es zu einer Gelbfärbung der Haut und dem Augenweiß kommen. Grund dafür ist der orangefarbenen Gallenfarbstoff Bilirubin. Dieser kann von der geschädigten Leber nicht mehr so schnell aufgenommen und verarbeitet werden, wodurch er sich im Körpergewebe ablagert. Weitere Beschwerden wie Blutungsneigung, Gewichtsverlust, Krampfadern der Speiseröhre oder eine gestörte Hirnfunktion können ebenfalls auftreten.

Ursachen Leberzirrhose

Prinzipiell kann jede andauernde Lebererkrankung zu einer Leberzirrhose führen. Die häufigste Ursache für die Entwicklung einer Leberzirrhose ist jedoch der Alkohol. Durch den Alkoholmissbrauch wird die Leber so weit geschädigt, dass sie Fett nicht mehr richtig verstoffwechseln kann. Daraufhin sammelt sich Fett in den Leberzellen an und das geschädigte Lebergewebe wird in funktionsloses Bindegewebe umgebaut.

Allerdings kann auch eine nicht-alkoholische Fettleber die Ursache für eine Leberzirrhose sein. Diese entsteht meist durch starkes Übergewicht und Diabetes mellitus. Auch eine durch Viren (z.B. Hepatitis A, B, C etc.) ausgelöste Entzündung kann eine Leberzirrhose zur Folge haben. Zu den weiteren möglichen Ursachen gehören Autoimmunerkrankungen, sprich Erkrankungen, bei denen das körpereigene Abwehrsystem irrtümlich Leber- oder Gallenwege angreift, sowie medikamentös oder chemisch bedingte Schäden.

Diagnose und Stadieneinteilung einer Leberzirrhose

Für eine sichere Diagnose einer Leberzirrhose ziehen Mediziner verschiedene Faktoren heran. Zu diesen gehören unter anderem die Beschwerden der betroffenen Person, bildgebende Verfahren, wie beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung, sowie die Analyse verschiedener Blutwerte. Hierbei können Blutgerinnungswerte, Albumin sowie Bilirubin im Serum Auskunft über die Funktionsfähigkeit der Leber geben. Je nach Beeinträchtigung der Leberfunktion erfolgt anschließend eine Stadieneinteilung nach Child-Pugh-Kriterien in A, B, bis C, wobei C für das Endstadium der Leberzirrhose steht.

Therapiemöglichkeiten

Wird die Zirrhose in einem frühen Stadium bemerkt und behandelt, kann sich die Leber in vielen Fällen wieder erholen. Wichtig hierbei ist, dass die betroffene Person auf Alkohol verzichtet, sich ausgewogen ernährt, alle leberschädigenden Substanzen meidet und ein gesundes Körpergewicht erreicht und hält. Je nach Ursache der Erkrankung muss die weiterführende Therapie angepasst werden: geht der Leberzirrhose ein Hepatitis B oder C-Infektion voraus, so gibt es bestimmte Medikamente für die Therapie, welche die Vermehrung der Hepatitisviren hemmen.

Ernährung bei LeberzirrhoseProteinreiche Ernährung bei Leberzirrhose mit Kichererbsen, frischem Gemüse und Bulgur

Personen mit einer Leberzirrhose haben einen erhöhten Energie- und Eiweißbedarf. Zusätzlich kann der Körper die aufgenommenen Nährstoffe nicht mehr richtig verwerten, weswegen es für Erkrankte sinnvoll sein kann, sich an folgende Ernährungsregeln zu halten:

  • Auf die Kalorien achten: die tägliche Kalorienzufuhr sollte etwa 35 bis 40 kcal pro kg Körpergewicht betragen.
  • Genügend Eiweiß essen: hierbei ist es jedoch wichtig, auf die Eiweißquelle zu achten. Denn Eiweiß aus Soja, Tofu, Getreide, Milch, Hülsenfrüchten und Gemüse ist für die Leber weniger belastend und somit besser verträglich als jenes aus Fleisch, Ei oder Fisch.
  • Salz meiden: indem Wasser im Körper gebunden wird, kann es Flüssigkeitsansammlungen begünstigen.

Wie kann man eine Leberzirrhose verhindern?

Auf gewisse Faktoren, welche die Entwicklung einer Leberzirrhose begünstigen können, kann man persönlich Einfluss nehmen. Nachdem Alkohol der Leber Schaden zufügen kann, macht es Sinn, diesen gar nicht oder nur in Maßen zu konsumieren. Um die Leber nicht unnötig mit Medikamenten zu belasten, sollten diese nur bei medizinischer Indikation und auf Empfehlung eines Arztes eingenommen werden.

Nachdem die Darm-Leber-Achse eine große Rolle bei der Entstehung einer Leberzirrhose bzw. deren Krankheitsverlauf spielen kann, macht es weiters Sinn auf eine gesunde Darmflora zu achten. Mittels hochwirksamen Multispezies-Probiotika können beispielsweise die körpereigenen Darmbakterien bei ihren Aufgaben unterstützt werden und somit aus dem Darm heraus die Leber entlasten.

 
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