Woran erkennt man ein gutes Probiotikum?

Probiotikum ist nicht gleich Probiotikum – die Qualität des Produkts in jedem einzelnen Entwicklungsschritt ist von entscheidender Bedeutung für Wirksamkeit und Verträglichkeit. Doch woran erkennt man in der Fülle der angebotenen Produkte ein hochqualitatives medizinisch relevantes Probiotikum? Wir haben die wichtigsten Kriterien für Sie zusammengestellt.
Das Wichtigste auf einen Blick

Alle im Probiotikum enthaltenen Bakterienstämme müssen – auch bei langfristiger Einnahme – für den Menschen absolut sicher und frei von Nebenwirkungen sein. Strenge Stabilitätskontrollen garantieren, dass die Anzahl überlebensfähiger Bakterien wirklich bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums den Angaben entspricht.

Ein Probiotikum sollte mindestens 1 Milliarde lebens- und vermehrungsfähige Bakterien pro Gramm Pulver enthalten. Doch: „Viel hilft viel“ hat hier keine allgemeine Gültigkeit! Relevanter ist die optimale Bakterienzahl für ein bestimmtes Einsatzgebiet.

Für die bestmögliche Wirksamkeit eines Probiotikums ist es maßgeblich, von Natur aus im Menschen vorkommende Bakterienstämme einzusetzen, die unser Organismus kennt: damit sie mit den im Körper befindlichen Bakterien optimal interagieren können.

Um die Bakterien zur Einnahme als Probiotikum für mehrere Jahre haltbar zu machen, werden sie durch Gefriertrocknung in eine Art „Winterschlaf“ versetzt. Spezielle Verpackungen schützen die Bakterien.

Der große Vorteil von Pulver ist, dass es vor der Einnahme in Wasser aufgelöst wird und die gefriergetrockneten Bakterien in schonender Umgebung wiederbelebt werden. Somit sind sie bereits aktiv und stark, bevor sie in die harsche Umgebung des Verdauungstraktes gelangen.

Studien zeigen, dass die gezielte Kombination mehrerer Bakterienstämme in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen der Einnahme eines Einzelstamms überlegen ist. 

Geprüfte Sicherheit und Stabilität

Ein zentrales Kriterium ist die Sicherheit eines Probiotikums: Alle darin enthaltenen
Bakterienstämme müssen – auch bei langfristiger Einnahme – für den Menschen absolut sicher und frei von Nebenwirkungen sein. Dies wird durch autorisierte Behörden geprüft und gewährleistet.

Sicherheit und Stabiltiät - Frau überprüft Petrischale im Labor

Sichere probiotische Stämme haben den sogenannten QPS-Status (Qualified Presumption of Safety) der European Food Safety Authority (EFSA) bzw. den GRAS-Status (Generally Recognized As Safe) der Food and Drug Administration (FDA) oder vergleichbare Sicherheitsstandards. Ein hochqualitatives Probiotikum wird außerdem strengen Stabilitätskontrollen unterzogen, die garantieren, dass die Anzahl überlebensfähiger Bakterien nicht nur zum Zeitpunkt der Abfüllung, sondern auch wirklich bis zum Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums den Angaben entspricht.

Ideale Bakterienanzahl

Damit eine ausreichende Anzahl lebender und aktiver Bakterien an ihrem Wirkort im Darm ankommt, sollte ein Probiotikum mindestens 1 Milliarde lebens- und vermehrungsfähige Bakterien pro Gramm Pulver enthalten. Deren Anzahl wird häufig in koloniebildenden Einheiten (KBE), oder auf Englisch in colony forming units (CFU), angegeben.

Wichtig ist dabei jedoch zu wissen, dass die weit verbreitete Meinung „Viel hilft viel“ in diesem Zusammenhang keine allgemeine Gültigkeit hat. Selbst eine extrem hohe Anzahl von Bakterien (KBE) in einem Produkt sagt nicht zwingend etwas über eine bessere Effizienz oder mögliche bessere Wirksamkeit eines Probiotikums aus. Relevanter ist die optimale Bakterienzahl für ein bestimmtes Einsatzgebiet, die idealerweise in klinischen Studien bestimmt wird.

Bakterien in der Petrischale - grafische Darstellung

Überlebensfähige humane Bakterienstämme

Die Einnahme eines Probiotikums ist nur dann wirklich sinnvoll, wenn die enthaltenen Bakterien aktiv und in großer Zahl an ihrem Zielort – dem Darmankommen. Auf ihrem
Weg durch den Verdauungstrakt müssen sie aber mit Magen- und Gallensäure oder Bauchspeicheldrüsensekret fertigwerden. Damit sie diese stundenlange Passage lebend überstehen, ist es wesentlich, geeignete Bakterienstämme mit nachgewiesener Beständigkeit gegen Verdauungssäfte zu verwenden.

Für die bestmögliche Wirksamkeit eines Probiotikums ist es außerdem maßgeblich, von Natur aus im Menschen vorkommende Bakterienstämme einzusetzen, die unser Organismus kennt: damit sie mit den im Körper befindlichen Bakterien optimal interagieren können. Hefen und tierische Keime sind hingegen keine natürlich in unserem Körper vorhandenen Mikroorganismen.

Haltbarkeit und Aktivität

Grundsätzlich sterben Bakterien bereits nach wenigen Tagen, wenn die Umgebung keine optimalen Lebensbedingungen für sie bietet. Um sie zur Einnahme als Probiotikum auch für mehrere Jahre haltbar zu machen, werden sie durch Gefriertrocknung in eine Art „Winterschlaf“ versetzt. Das Zusetzen von Flüssigkeit (Rehydrierung) weckt sie wieder auf und macht sie aktiv.

Spezielle Verpackungen wie versiegelte Beutel (Sachets) oder luftdicht verschließbare Glasgefäße schützen die Bakterien vor Umwelteinflüssen, etwa Feuchtigkeit oder zu hohen Temperaturen, und verhindern so, dass die Bakterien noch in der Lagerungsphase aktiviert werden oder absterben.

Probiotika werden standardmäßig als Pulver oder in Form von Kapseln angeboten. Der große Vorteil von Pulver ist, dass es vor der Einnahme in Wasser (oder einer anderen neutralen Flüssigkeit) aufgelöst wird. So werden die gefriergetrockneten Bakterien in schonender Umgebung wiederbelebt und sind bereits aktiv und stark, bevor sie in die harsche Umgebung des Verdauungstraktes gelangen. Ein zentraler Faktor für ihr Überleben.

Bei der Rehydrierung außerhalb des Körpers können die Bakterien bereits auch die erste Nahrung zu sich nehmen und sich damit zusätzlich stärken. Deshalb ist es besonders sinnvoll, dem Probiotikapulver ein individuell für die darin enthaltenen Bakterien zusammengestelltes „Nahrungspaket“ aus Ballaststoffen, Enzymen und Mineralien beizufügen. Das erhöht nicht nur die Überlebenschance der Bakterien auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort, sondern steigert auch deren Aktivität und Vermehrungsfähigkeit im Darm. 

Probiotika in Kapsel- oder Pulverform?

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen klar, dass Bakterien in Pulverform den Weg durch den Verdauungstrakt beinahe unbeschadet überstehen. Werden dieselben Bakterien in gleicher Menge in Kapselform eingenommen, ist nur ein Hundertstel (1 %) der Ursprungsmenge jener Bakterien am Ende im Dickdarm zu finden.

lupe auf den Darm gerichtet - Darmbakterien im Team

Wissenschaftlich geprüfte Bakterienkombination

„Stärker im Team“ lautet das Motto vieler Bakterienstämme, denn die meisten von ihnen sind ausgewiesene Teamplayer. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die gezielte Kombination mehrerer Bakterienstämme, eine sogenannte MultispeziesFormulierung, in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen der Einnahme eines Einzelstamms überlegen ist. Durch sinnvolle Kombinationen geeigneter Bakterienstämme lässt sich das Potenzial der einzelnen Stämme noch steigern.

Ähnlich wie bei uns Menschen vertragen sich jedoch nicht alle Bakterienstämme gleich gut. Herauszufinden, welche Bakterienstämme gut zusammenarbeiten und einander bestärken, ist daher ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung eines Probiotikums. Deshalb gilt es, mittels der sogenannten „cross streak“-Methode nachzuweisen, welche Bakterien sich bei der Entfaltung ihres vollen Potenzials optimal unterstützen.

Zusätzlich sollte die Wirksamkeit hochqualitativer medizinisch relevanter Probiotika durch wissenschaftliche Studien belegt sein. So ist der Nachweis erbracht, dass die komplexe Kombination der richtigen Bakterien im jeweiligen Anwendungsgebiet für uns Menschen den größtmöglichen Nutzen bringt.

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