02. Jun 2022

Multistrain-Probiotikum hat positiven Effekt bei Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch

Infertilität ist ein weltweit häufig auftretendes Problem, bei dem neben dem Alter, der genetischen Veranlagung und dem Lebensstil, akute und chronische Infektionen eine zentrale Rolle spielen. In den vergangenen Jahren ist das vaginale Mikrobiom bei der Behandlung von Infertilität in den Fokus der Forschung gerückt.

Eine gesunde Vaginalflora, welche von Laktobazillen dominiert ist, stellt aufgrund der Produktion von Milchsäure eine wichtige Schutzfunktion gegen pathogene Keime und Pilze dar. Eine vaginale Dysbiose, hervorgerufen durch ein reduziertes Vorkommen von Laktobazillen und eine damit einhergehende Überwucherung anaerober Keime, kann die Reproduktionsfähigkeit negativ beeinflussen. Eine vaginale Kolonisation mit Ureaplasma parvum wird mit Infertilität, perinatalen Krankheiten und Totgeburten assoziiert.

Im Zuge dieser randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie wurde der Effekt von einem Multistrain-Probiotikum auf die Diversität und Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms bei 80 infertilen Frauen untersucht.

Zu Beginn und nach vier-wöchiger oraler Verabreichung des Multistrain-Probiotikums (1 x täglich 2 g) wurden jeweils am Tag 20 des Menstruationszyklus Vaginalabstriche zur Analyse des Vaginalmikrobioms entnommen. Die 16s rRNA Gensequenzierung zeigte zum Studienstart eine gesunde, von Laktobazillen-dominierte Vaginalflora bei 75 % aller teilnehmenden Frauen. Bemerkenswerterweise wurde nach der Behandlung mit dem Multistrain-Probiotikum im Vergleich zur Placebogruppe ein signifikanter Unterschied in der vaginalen Ansiedlung von Ureaplasma parvum nachgewiesen. Während bei Patientinnen, die mit dem Multistrain-Probiotikum behandelt wurden, die Besiedelung von Ureaplasma parvum kaum nachweisbar war, wies die Placebogruppe nach 4 Wochen einen deutlichen Anstieg dieses Pathogens auf (p=0.021). Folglich wurde das unter Standard-Bedingungen (ohne Antibiotikabehandlung) starke Wachstum von Ureaplasma parvum durch die Gabe des spezifischen Probiotikums verhindert.

Studienergebnisse zu Unfruchtbarkeit bei Frauen in Behandlung mit einem Multistrain-Probiotikum

Dysbiosen, die durch eine Reduktion an Laktobazillen hervorgerufen werden, können unter anderem mit einer niedrigeren Implantationsrate in Verbindung gebracht werden. Die vorliegende Studie zeigt, dass die Verabreichung von dem Multistrain-Probiotikum einen protektiven Effekt auf die Ansiedlung von Ureaplasma parvum in der Vaginalschleimhaut hat und somit einer Kolonisation dieses Pathogens vorbeugen kann. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass probiotische Lactobacillus-Stämme die Vaginalflora positiv beeinflussen, indem sie pathogene Keime unterdrücken. Demnach bietet die Einnahme eines Multistrain-Probiotikums eine optimale Möglichkeit ein gesundes Vaginalmikrobiom aufrechtzuerhalten und stellt zusätzlich eine Option zur supportiven Behandlung von Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch dar.

 

Quelle:

Michael Schenk, Lukas Grumet, Julia Sternat, Nina Reinschissler, Gregor Weiss, “Effect of probiotics on vaginal Ureaplasma parvum in women suffering from unexplained infertility”, Reproductive BioMedicine Online, Volume 43, Issue 3, Pages 503-514, 2021.

 
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