Darmbakterien
Unser Darm ist die Heimat einer riesigen Anzahl von Mikroorganismen, darunter viele nützliche Bakterien. Diese Darmbakterien übernehmen wichtige Aufgaben: Sie fördern nicht nur eine gesunde Verdauung, sondern stärken auch die Darmbarriere, unterstützen das Immunsystem und beeinflussen möglicherweise sogar unser Körpergewicht.
Inhaltsverzeichnis
Welche Darmbakterien gibt es?
In unserem Darm leben mindestens 500 bis 1000 verschiedene Bakterienarten. Das spezifische Muster dieser Bakterien – auch „mikrobieller Fingerabdruck“ genannt – ist bei jedem Menschen einzigartig. Anders als der Fingerabdruck lässt er sich jedoch durch Ernährung, Lebensstil, Medikamente und Alter beeinflussen.
In unserem Darm siedeln sich nicht nur „gute“ Darmbakterien, sondern auch „schlechte“ Keime an. Hier finden Sie eine kurze Übersicht der wichtigsten Darmbakterien und ihrer Funktionen:
„Gute“ Bakterien:
Laktobazillen:
- Wichtig für die Verdauung von Laktose (Milchzucker)
- Fördern die Produktion von Milchsäure und schaffen so ein Milieu im Darm, das eine hemmende Wirkung auf schädliche Keime hat
Bifidobakterien:
- Wichtig für die Immunabwehr
- Produzieren kurzkettige Fettsäuren und Vitamine wie Folsäure
- Wichtig für die Stabilisation der Darmbarriere
Akkermansia muciniphila:
- Wesentlich für den Erhalt der Darmbarriere und die Bildung von kurzkettigen Fettsäuren
Bacteroidetes:
- Verkapseln Zucker direkt im Darm, sodass der „Zuckerüberschuss“ über den Stuhl ausgeschieden werden kann
VS
„Schlechte“ Keime:
Clostridioides difficile (früher Clostridium difficile):
- Nimmt das Bakterium überhand (z. B. nach einer Antibiotikabehandlung), kann es Durchfall verursachen. 15–20 % der Antibiotika-assoziierten Durchfallerkrankungen werden von Clostridioides difficile verursacht.
Escherichia coli (bestimmte Stämme):
- Einige Stämme sind harmlos, andere verursachen Infektionen oder Lebensmittelvergiftungen.
Salmonellen, Shigellen oder Cholerabakterien
- Unerwünschte Untermieter, da diese zu heftigen Infektionen im Magen-Darm-Trakt führen können. Denn: Sie sind in der Lage, die Darmbarriere anzugreifen, Giftstoffe (Toxine) zu bilden und somit u. a. entzündliche Prozesse zu fördern. Infolgedessen kann es zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung kommen.
Wie halten „gute“ Bakterien die „schlechten“ in Schach?
Der Darm ist wie ein großes Ökosystem: Die guten Bakterien sorgen im Idealfall dafür, dass die schlechten nicht die Oberhand gewinnen. Sie machen dies auf drei Arten:
- Platz beanspruchen: Gute Bakterien besiedeln die Darmschleimhaut und lassen wenig Raum für schlechte Keime.
- Schutzstoffe produzieren: Stoffe wie Milchsäure oder kurzkettige Fettsäuren hemmen das Wachstum von Krankheitserregern.
- Immunsystem stärken: Sie trainieren Abwehrzellen darauf, gefährliche Keime schnell zu erkennen und zu bekämpfen.
Was passiert bei einem Ungleichgewicht im Darm?
Stress, ungesunde Ernährung oder Medikamente wie Antibiotika können ein Ungleichgewicht im Darm, eine sogenannte Dysbiose, auslösen. In diesem Fall sind die guten Bakterien dezimiert und die unerwünschten Keime haben die Möglichkeit, sich auszubreiten. Dies kann zu verschiedenen Beschwerden wie Verdauungsproblemen (Blähungen, Durchfall oder Verstopfung), oder einem geschwächten Immunsystem führen.
In so einem Fall kann es sinnvoll sein, mittels medizinisch relevanter Probiotika für „Nachschub“ zu sorgen und die guten Bakterien mit Präbiotika, sprich ihren Lieblingsspeisen, zu versorgen.
Für eine gesunde Darmflora
Leibspeisen
für die „guten“ Darmbakterien“ zuführen
- Ausreichend Flüssigkeit (mindestens 2 Liter täglich).
- Faserstoffreiche Kost: rohes Obst mit Schale und Gemüse (Bohnen, Erbsen, Linsen, Fenchel, Sellerie, Kohl).
- Quellende Ballaststoffe zuführen: Täglich 2-3 Esslöffel Chia- oder Leinsamen in Joghurt oder Müsli (Ausnahme: Reizdarm-Patienten) einrühren.
- Präbiotika aus der Apotheke verwenden, die das Wachstum spezieller Bakterienarten fördern.
- Indikationsspezifische Multispezies-Probiotika einnehmen, die Magen- und Gallensäuren überstehen und den Darm erreichen.
VS
Treibstoffe
für die „schlechten“ Darmbakterien weglassen!
- Zucker nach Möglichkeit vermeiden.
- Salz-Konsum reduzieren. Gesunde Alternativen zum Würzen: Kreuzkümmel, Paprika, Rosmarin, Chili, Thymian, Lorbeerblatt und Ingwer.
- Hohen Fleischkonsum – insbesondere von rotem Fleisch – reduzieren
- Alkohol nur in Maßen trinken.
- Nikotin kann unter anderem zu Darmkrebs führen.
- Antibiotika: Immer begleitend Probiotika einnehmen, um größere Schäden im Darm zu verhindern.
Darmbakterien: Welche Funktionen haben sie?
Darmbakterien sind für eine Vielzahl von Funktionen zuständig. Diese reichen von einer reibungslosen Verdauung über die Kontrolle von lebensnotwendigen Stoffwechselprozessen bis hin zur Beeinflussung unserer Emotionen. Sie sind auch verantwortlich dafür, wie viele Kalorien beispielsweise aus der Nahrung aufgenommen werden und können infolgedessen unser Körpergewicht beeinflussen.
Zahlen und Fakten zum Darm
- 100 Billionen Bakterien besiedeln jeden einzelnen Menschen, die meisten davon leben in unseren Darmwänden.
- Es leben 10-mal mehr Bakterien in unserem Darm, als unser Organismus an Zellen besitzt.
- Die Mikroben in unserem Darm wiegen bis zu 2 Kilogramm.
- Rund 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit werden vom Darm im Lauf unseres Lebens verarbeitet.
- Bei seiner Arbeit wird der Darm von mehr als 500 Bakterienarten unterstützt.
- 70 % aller antikörperproduzierenden Immunzellen sind im Darm verankert.
- Unser Verdauungstrakt beherbergt 100 Millionen Nervenzellen – mehr als das Rückenmark – und wird daher auch oft als „Bauch-hirn“ bezeichnet.
- Im Darm werden mehr als 20 Hormone gebildet, darunter das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin.
Darmgesundheit liegt in Ihren Händen
Ein gesunder Darm mit einer vielfältigen Bakterienflora ist die Basis für Wohlbefinden und Gesundheit. Mit der richtigen Ernährung, Stressbewältigung und dem gezielten Einsatz von indikationsspezifischen Multispezies-Probiotika können Sie aktiv zur Stärkung Ihrer Darmflora beitragen.
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