15. Dez 2020

Florentina Sgarz, BA

6 Dinge, die unsere Darmgesundheit beeinflussen

 Unser Darm ist der Motor unseres Körpers und unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt. Alles was wir zu uns nehmen, gelangt über den Mund in den Magen und landet schlussendlich in unseren Darm. Jener ist ein sensibles und komplexes System, welches genauso wie unser Garten, gehegt und gepflegt gehört. Nicht ohne Grund gilt er als das Zentrum unserer Gesundheit. Unser Darm übernimmt wichtige Aufgaben und Prozesse, die essenziell für den gesamten Körper sind. Ist unsere Darmflora, also die Besiedelung der Bakterien im Darm, gestört, ist er nicht mehr in der Lage wichtige Nährstoffe und Mineralien aufzunehmen, was wiederum störend für unser Wohlbefinden ist. Es gibt bestimmte Umwelteinflüsse, die uns und unseren Darm negativ beeinträchtigen und gleichzeitig auch nicht direkt von uns beeinflusst werden können. Hierzu zählen beispielweise Lärm, Abgase oder die Wasserqualität. Womit sich jedoch jeder Einzelne auseinandersetzen kann und einen erheblichen Einfluss auf unsere Darmgesundheit hat, sind folgende Faktoren:

1. Die richtige Ernährung für den DarmDie richtige Ernährung für den Darm

Lebensmittel, wie der Name schon verrät, sind lebensnotwendig. Ohne Nahrung und Wasser überlebt ein Mensch gerade einmal bis zu vier Tage. Unsere Nahrungsaufnahme hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten etwas verändert. Der Alltag wird immer stressiger und wir haben weniger Zeit, bewusst zu essen und die richtigen Lebensmittel zu uns zu nehmen. Nahrung ist nicht nur wichtig, um unser Hungergefühl zu stillen, sondern auch notwendig, damit unser Körper seinen alltäglichen Funktionen nachgehen kann. Achten Sie daher auf eine regelmäßige Nahrungszufuhr, die aus einer ausgewogenen Kombination mit den richtigen Lebensmitteln besteht. Frisches Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, gelegentlich Fisch, Fleisch und Milchprodukte, sowie ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser (mindestens 2 Liter täglich) sollten gegeben sein. Versuchen Sie auf zu viel Zucker, Fett und konservierte Lebensmittel zu verzichten.

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2. Stress – Welche Auswirkungen hat er für unsere Darmgesundheit?

Der schnelllebige Alltag hat sich mittlerweile in der Gesellschaft durchgesetzt. Stress hat die Aufgabe, unseren Körper auf Situationen vorzubereiten, die ihm erhöhte Aufmerksamkeit und besondere Leistungen abverlangen. Es herrscht eine Art „Alarmzustand“ im gesamten Körper. Tritt Stress häufig oder dauerhaft auf, wird er nicht nur als unangenehm empfunden, sondern kann sich auch negativ auf den Körper auswirken.

Unsere Darmgesundheit ist essenziell für unsere Stressresistenz – je „gesünder“ die Darmflora, desto höher ist der Schutz gegen Stress. Die Darmbakterien wirken direkt auf die Verbindung zwischen dem Gehirn und Darm (auf die sogenannte Darm-Hirn-Achse) und beeinflussen die körperliche Antwort auf Stress. Speziell ausgewählte Bakterienstämme können entzündungsreduzierend sein und dabei helfen, den Darm gegen Stress zu rüsten. Probiotika enthalten Laktobazillen und Bifidobakterien, die zu den fixen Bewohnern eines gesunden, ausgeglichenen Darms zählen. Bei einem durch Dauerstress belasteten Körper ist das Gleichgewicht zwischen förderlichen und „schlechten“ Bakterien aus dem Lot geraten. Neue „Mannschaften“ aus Darmbakterien helfen dabei, den stressbedingten Mangel an guten Darmbewohnern auszugleichen. Sie verbessern die Barrierefunktion der Darmschleimhaut, unterstützen die Immunzellen, die zu 80% im Darmgewebe sitzen, und reduzieren die Ausschüttung von Histamin.

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Die Psyche wird von unserem Darm beeinflusst3. Die Psyche wird von unserem Darm beeinflusst

Seit einigen Jahren ist die Erforschung der Darm-Hirn-Achse in den Vordergrund gerückt. Unter der Darm-Hirn-Achse versteht man die enge Verbindung und den intensiven Informationsaustausch zwischen Darm und Gehirn, und zwar in beiden Richtungen. Einen zentralen Bestandteil dieser Achse bildet unsere Darmflora, genauer gesagt unterschiedliche Stoffwechselprodukte, die von unseren nützlichen Darmbakterien gebildet werden. Sie produzieren unter anderem wichtige Aminosäuren (wie Tryptophan, welches für die Bildung von Serotonin gebraucht wird) und kurzkettige Fettsäuren (z. B. Butyrat), die Emotionen, Konzentrationsfähigkeit und Stressresistenz beeinflussen.

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4. Bewegung hilft unserer Verdauung

Viele Berufe werden heutzutage oft nur mehr im Sitzen vor einem Computer ausgeführt. Der Bewegungsmangel und das lange Sitzen können ausschlaggebend für Verstopfungen und Blähungen sein. Bleibt der Nahrungsbrei zu lange im Darm, halten sich auch die schädlichen Stoffe länger darin auf und es können Abbauprodukte entstehen, die nicht oder nur schlecht abtransportiert werden können. In weiterer Folge kann es zu einem Stau bei Lymphen und Gewebeflüssigkeiten kommen. Ein Mangel an Bewegung kann sich bei Typ 1 Diabetes negativ auswirken und in Kombination mit einer ballaststoffarmen Ernährung werden Divertikel (Ausstülpungen im Darm) gefördert. Experten zählen den Bewegungsmangel als eine Ursache bei der Entwicklung von Darmtumoren. Bei lockeren Läufen wird die Durchblutung des Darms verbessert, die Darmmotorik nimmt zu und die Zeit, welche die Nahrung braucht, um den Darm zu durchqueren, wird kürzer. Das ist auch ein Grund, warum aktive Menschen selten mit Verstopfung, Blähungen oder Völlegefühl zu kämpfen haben.

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5. Medikamente (Antibiotika) bringen die Darmflora aus dem Gleichgewicht

Eine ausgewogene Zusammensetzung der Bakterienbesiedlung im Darm sorgt im wahrsten Sinn des Wortes für ein gutes Bauchgefühl: sie ist zentral für unterschiedliche Prozesse im gesamten Organismus und für unsere Gesundheit verantwortlich. Arzneimittel beeinflussen das Mikrobiom auf starke Weise und umgekehrt bestimmen die Darmbakterien über den Wirkungsgrad von Medikamenten mit. Medikamente, wie Antihistaminika, blutzucker-, blutdruck- und cholesterinsenkende Mittel, Kortison und Antidepressiva oder Hormonpräparate, wie die Antibabypille beeinflussen die Bakterien im Darm. Eine Studie belegt, dass mindestens 25% aller Medikamente einen signifikanten Einfluss auf das Darmmikrobiom haben. Es kann neben dem Wachstum und der Funktion der Bakterien auch die Darmbarriere, die Darmmotilität, also die Muskelbewegungen des Darms, und das Darmimmunsystem beeinträchtigen.

Antibiotika können nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterscheiden und somit einen kompletten „Kahlschlag“ im Darm verursachen – die nützliche Darmflora wird massiv geschädigt und es kommt zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Durch die Zerstörung der nützlichen Darmflora fehlt im Darm unsere natürliche „Abwehr“ – so können sich aggressive, krankmachende und auch gegen Antibiotika resistente Keime nahezu ungehindert vermehren.

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6. Probiotische Bakterienstämme für eine gesunde DarmfloraProbiotische Bakterienstämme für eine gesunde Darmflora

Die Gesunderhaltung der Darmflora ist nicht nur für eine gute Verdauung wesentlich. Der Darm ist bei chronischen Entzündungsprozessen, im menschlichen Immunsystem und aufgrund seiner Vernetzung mit dem gesamten Organismus ein zentraler Punkt der Gesundheit. Um die wichtige Artenvielfalt der Darmbakterien zu erhalten und optimale Bedingungen zu schaffen, gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste umfasst die Zufuhr von Nahrung für die „guten“ Darmbakterien in Form von Präbiotika. Dabei handelt es sich um lösliche Ballaststoffe wie Pektin, Inulin und Oligofruktose. Diese kommen in zahlreichen Lebensmitteln, wie zum Beispiel in Hülsenfrüchten, bestimmten Gemüsesorten oder Nüssen, vor. Sie können aber auch gezielt durch präbiotische Produkte aus der Apotheke in ausreichend hoher Dosierung zugeführt werden. Die zweite Möglichkeit ist die Einnahme von Probiotika, um die schädlichen Bakterien zu verdrängen und eine Dysbalance im Mikrobiom auszugleichen. Auch hier sollte auf ausgewählte Produkte aus der Apotheke gesetzt werden, welche strenge Qualitätskriterien erfüllen und deren Nutzen für das menschliche Wohlbefinden in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden konnte.

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